Umfrage Swiss E-Commerce-Award

Was der Onlinehandel will

Uhr | Aktualisiert

Carpathia hat Teilnehmenden des Swiss E-Commerce Award Fragen zur Systemlandschaft im E-Commerce gestellt. Reine Standardsysteme weichen angepassten Lösungen und Eigenentwicklungen.

Die Unternehmensberatung Carpathia hat eine Umfrage unter teilnehmenden Shops des Swiss E-Commerce Awards durchgeführt. Im Fokus der Befragung stand die Systemlandschaft, Logistik, Mobile-Relevanz und Grösse der E-Commerce-Organisationseinheit, wie Carpathia in ihrem Blog mitteilt.

Zunehmende Professionalisierung

Die Professionalisierung digitaler Vertriebsmodelle steige von Jahr zu Jahr. Standardsysteme verfügen zwar zunehmend über einen breiteren und tieferen Funktionsumfang, wie es weiter heisst; inzwischen seien die individuellen Anforderungen der Unternehmen aber sehr hoch. Etwa in punkto Schnittstellen, Verwaltung, Design oder Marketing.

Daher nehmen angepasste Standardsysteme immer mehr zu, wie Carpathia mitteilt. Deren Wachstum sei seit letztem Jahr gar stärker als jenes von reinen Eigenentwicklungen gewesen. Als Beispiele nennen die Unternehmensberater etwa Systeme wie Hybris oder das E-Commerce-Framework Spryker.

Doch auch einfachere Systeme wie beispielsweise Shopware, Woocommerce und Prestashops sind laut Umfrage nach wie vor zahlreich vertreten. Die Lösungen würden sich auf Funktionen wie Out-of-the-box und Plug & Play konzentrieren und eine einfache individuelle Anpassung ermöglichen.

Mehr Branchenlösungen und Eigenentwicklungen für ERP und PIM

Gemäss Mitteilung steigen die Anforderungen der E-Commerce-Landschaft in den Bereichen Prozessintegration und Produktdatenmanagement. Ebenso spricht Carpathia von einer sich abzeichnenden "Omnichannelisierung".

Aus diesen Gründen würden die im Shop integrierten Funktionen Enterprise-Resource-Planning (ERP) und Product Information Management (PIM) immer weniger ausreichen. Die Anteile von "Ist im Shop integriert" und "Kein PIM" seien kleiner geworden, teilt Carpathia im Blog mit. Gerade für die Bereiche der ERP- und PIM-Lösungen hätten daher die Anteile der Branchenlösungen und Eigenentwicklungen zugenommen.

Schweizerische Post beliebtester Logistikdienstleister

Auch 2016 ist die Schweizerische Post der beliebteste Logistikdienstleister der Befragten. An zweiter Stelle folgen eigene Logistiklösungen, die im Vergleich zu 2015 ebenso zugenommen haben. Platz 3 und 4 besetzten die Logistikdienstleister DPD und DHL.

Die Entwicklung beim mobilen Traffic-Anteil schätzt Carpathia als nicht überraschend ein. Er liege bei 67 Prozent der Befragten über 30 Prozent, 34 Prozent nennen einen Anteil von über 40 Prozent. Dies entspricht etwa den Ergebnissen der europaweiten Studie von Tradedoubler, die unter anderem das mobile Online-Shopping aus Konsumentenseite berücksichtigte.

Für die Anzahl Vollzeit-Mitarbeiter in E-Commerce-Organisationseinheiten verzeichnete Carpathia bei den Befragten einen Rückgang: 2015 nannten 40 Prozent einen Anteil von 1 bis 10 Angestellten, dieses Jahr sind es laut Umfrage 59 Prozent gewesen.

Carpathia führt diese Entwicklung auf effizientere System-Landschaften, Automatisierung und Outsourcing an spezialisierte Dienstleister zurück. Dennoch seien für die Ausführung der Aufgaben "über alle Kernprozesse hinweg schlicht mehr Menschen nötig", heisst es weiter. Entsprechend hat sich der Anteil der ganz kleinen E-Commerce-Abteilungen – jene mit keinem oder einem Vollzeit-Angestellten – mehr als halbiert.

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