Hands-on: Sprocket Studio

HPs kleiner Fotoprinter druckt dank AR auch Videos

Uhr
von Coen Kaat

Mit dem Sprocket Studio hat HP Inc. einen kleinen Drucker für Fans ausgedruckter Fotos lanciert. Die Redaktion machte ein paar Schnappschüsse und knöpfte sich den kleinen Drucker mal vor. Zwar druckte das Gerät im Test schöne Fotos – einige Macken offenbarte es aber auch.

Von analog zu digital zu analog. Digitale Fotokameras – und vor allem Smartphones – haben die traditionellen Modelle zwar grösstenteils verdrängt. Wenn es um das fertige Produkt, also das Foto, geht, haben Bits und Bytes allerdings (noch) nicht obsiegt. Dies zeigt etwa die Vielfalt an Fotodruckern, die Handybilder zu hochglanz Fotos machen.

Zu diesen gehört auch der Sprocket Studio aus dem Hause HP Inc., das im Juli auf den Markt kam. Wie der Hands-on-Test der Redaktion zeigte, steht das kleine graue Gehäuse des Druckers stark im Kontrast zu den Bildern, die es erzeugt. Die gedruckten Fotos überzeugen nämlich mit ihren deutlichen Kontrasten, warmen Farben und einer insgesamt sehr guten Bildqualität.

Wer mit dem Sprocket Studio eine ganze Fotowand gestalten will, sollte jedoch etwas Geduld mitbringen. Vom Klick auf dem "Print"-Button bis zu dem Moment, in dem man den fertigen Ausdruck in den Händen hält, können knapp zwei Minuten vergehen.

Nicht so klein, wie man meint

Das Gerät wirkt kleiner als es ist. Denn das breite Papierfach macht den ganzen Drucker etwas sperrig und unförmig. Auf einem Schreibtisch stört dies nicht. Will man das Gerät nach dem Verwenden irgendwo verstauen, fällt dies allerdings schnell auf.

Das Papierfach lässt sich zwar abnehmen. Dies entblösst jedoch die Motorik des Druckers und öffnet so den Weg für Staub und Schmutz. Was ebenfalls nicht optimal ist, wenn man das Sprocket Studio aufbewahren möchte.

Aufgrund des Steckers kommt das Kabel dem Druckvorgang schnell in die Quere. (Source: Netzmedien)

Ein weiteres Problem, das im Test auffiel, war das Stromkabel. Da der Stecker gebogen ist, blockiert das Kabel schnell die Öffnung auf der Rückseite des Druckers. Dies behindert den Druckvorgang. Wie der Hersteller auf Anfrage sagte, arbeite er jedoch an diesem Problem. Kommende Versionen des Geräts könnten etwa mit einem geraden Stecker ausgeliefert werden.

App erweckt Fotos mit AR zum Leben

Um den Sprocket zu bedienen, braucht der Nutzer die Begleitapp von HP. Die Installation der App ist intuitiv und schnell erledigt. Dabei wird man aber mehrfach unterbrochen, da die App hungrig nach Daten ist.

Die App will nämlich mehr als nur Zugriff auf die Bildergalerie und die Bluetooth-Funktion. So interessiert sie sich auch für den Standort, die Kamera und das Mikrofon des Smartphones. Den Zugriffsrechten muss der Nutzer jedoch nur zustimmen, wenn er die Augmented-Reality-Funktionen (AR) des Sprocket Studio nutzen will. Die Daten, die der Nutzer mit HP teilt, werden aber DSGVO-konform verwendet, wie der Hersteller versichert.

Die AR-Funktion bietet gewisse zusätzliche Spielereien. In den ausgedruckten Fotos lassen sich Informationen verstecken. Scannt der Nutzer einen Ausdruck mit der Sprocket-App, sieht er etwa die Metadaten oder andere Bilder. Auf diese Weise lassen sich auch Videos "ausdrucken". Das Gerät druckt zwar nur ein Frame. In der App kann der Nutzer aber das ganze Video wieder ansehen, wenn er das Foto scannt. Der Nutzer kann auch den Drucker selbst scannen, um etwa die Warteschlange der Druckaufträge anzuzeigen.

Diese Bilderkennung funktioniert im Test leider nur bedingt. Die richtigen Lichtverhältnisse, den richtigen Winkel und den richtigen Abstand zum Foto zu finden, wirkte teilweise willkürlich. Oft sah die App nichts, zeigte kurz darauf unter denselben Bedingungen jedoch die gewünschten Infos.

Viele Fotos überfordern derzeit die App

Der Drucker funktioniert lediglich in Kombination mit der App. Aus der nativen Bildergalerie des Smartphones heraus kann nicht gedruckt werden. Im Test war dies ein Problem. Denn die App war mit dem Testhandy, auf dem rund 20'000 Fotos gespeichert waren, überfordert und konnte keine Bilder laden.

Im Test kam die App mit den 20'000 Fotos auf dem Smartphone nicht zurecht und lud oft gar keine Bilder. (Source: Netzmedien)

HP will auch dieses Problem in einer kommenden Version lösen. Auf Anfrage wies der Hersteller zwischenzeitlich auf einen Workaround hin: Über den Share-Button können Bilder direkt mit der App geteilt werden. Das Foto wird anschliessend in der Sprocket-App geöffnet und lässt sich so ausdrucken.

Fazit: Mit dem Sprocket Studio hat HP Inc. einen Drucker lanciert, der auf dem Papier wohl einige mit seinen verspielten AR-Features verzücken wird. Da diese Zusatzfunktionen aber nur gelegentlich funktionieren, sind sie eher frustrierend. Die gedruckten Fotos selbst können sich dafür absolut sehen lassen und überzeugen mit ihrer Bildqualität.

Der Hersteller stellte das Testgerät der Redaktion zur Verfügung. Im Handel ist es für 149 Franken erhältlich.

Webcode
DPF8_157219

Kommentare

« Mehr