Testsieger müssen nochmal ran

Stiftung Warentest unterzieht Luftreiniger dem Corona-Check

Uhr

Stiftung Warentest hat die Sieger ihres Luftreiniger-Tests nochmals genauer unter die Lupe genommen. Dieses Mal mussten die Modelle von Philips, Soehnle und Rowenta Aerosole - über die auch das Coronavirus übertragen wird - aus der Luft filtern. Einer der Luftreiniger liess dabei schnell nach.

Der Luftreiniger AC2889/10 schnitt bei Stiftung Warentest insgesamt am besten ab. (Source: Philips)
Der Luftreiniger AC2889/10 schnitt bei Stiftung Warentest insgesamt am besten ab. (Source: Philips)

Aerosole, also flüssige Partikel, die beim Ausatmen in die Luft entweichen, können das Coronavirus verbreiten. Stiftung Warentest hat deswegen untersucht, ob Luftreiniger auch diese Partikel aus der Luft filtern. Die Verbraucherorganisation nahm die Testsieger ihres Luftreiniger-Checks von Anfang 2020 nochmals unter die Lupe. Damals erwiesen sich der Philips AC2889/10, der Rowenta Intense Pure Air Connect PU6080 und der Soehnle Airfresh Clean Connect 500 als Siegerprodukte.

Laut Stiftung Warentest mussten die Luftreiniger schwebende Tröpfchen mit einem Durchmesser von 0,12 bis 1 Millionstel Meter aus der Raumluft filtern. Der Mensch stosse beim Ausatmen etwa 100, beim Sprechen 200 und beim Niesen 20'000 solcher Aerosolpartikel aus. "Das Virus Sars-CoV-2 selbst misst etwa 0,12 Millionstel Meter – 500 Viren nebeneinander sind ungefähr so dick wie ein Haar", heisst es bei den Testern.

Rauch, dann wieder Aerosole

Wie im Testbericht steht, lieferten alle drei Modelle mit neuen Filtern eine gute Leistung. Bei einem Raum mit einer Fläche von 16 Quadratmetern benötigten die Luftreiniger 20 Minuten, um die meisten Aerosol-Partikel aus der Luft zu holen. Die Geräte von Philips und Rowenta filterten je 95 Prozent der Partikel heraus. Beim Soehnle-Luftreiniger waren es 90 Prozent.

"Doch jeder Luftreiniger im Test lässt mit der Zeit in seiner Leistungskraft nach, schliesslich saugt er Stunde um Stunde Partikel durch seine Fasern", schreibt Stiftung Warentest. Um die Geräte beim Ausprobieren schneller altern zu lassen, liess die Verbraucherorganisation jeden Luftreiniger den Rauch von 100 Zigaretten aus der Luft filtern. Danach waren wieder Aerosole an der Reihe.

Soehnle schwächelt am meisten

"Der Philips steckte die Alterung gut weg", heisst es im Test. Das Gerät entfernte auch nach dem künstlichen Altern innerhalb von 30 Minuten noch 90 Prozent der kleine Partikel aus dem Raum. Das Rowenta-Gerät schaffte noch 80 Prozent. Um einiges weniger gut schnitt das Modell von Soehnle ab. Es filterte nur noch 46 Prozent der Aerosole aus der Luft. "Sein Filter lässt so deutlich nach, dass man ihn zur Virenreduzierung weit häufiger wechseln müsste als vom Anbieter vorgesehen", schreibt Stiftung Warentest.

Wer einen kleinen Raum etwa nach einem Besuch die Luft filtern wolle, sei mit dem Philips gut bedient, lautet das Fazit der Tester. Es bestehe aber immer ein Restrisiko. Befindet man sich im gleichen Raum mit einer infizierten Person, kann man sich trotz Luftreiniger anstecken. Denn die Person würde ständig Aerosole nachliefern. Stiftung Warentest rät daher trotz Luftreiniger zum Stosslüften, Abstand halten und Maskentragen.

Auch Kassensturz testete Luftreiniger für den Privatgebrauch. Insgesamt zehn Modelle mussten ran. Das Konsumentenmagazin untersuchte im Test ebenfalls - aber nicht nur -, ob die Luftreiniger Aerosole aus der Luft filtern. Kassensturz testete ebenfalls jeweils ein Gerät von Philips und Soehnle. Allerdings andere Modelle als Stiftung Warentest. Beide Geräte erhielten von Kassensturz ein "Ungenügend".

Webcode
DPF8_203968

Kommentare

« Mehr