Befragung von EIT.swiss

Was die Coronakrise mit der Schweizer Elektrobranche anstellt

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Die Coronakrise hat auch die Schweizer Elektrobranche getroffen. So ging die Auftragslage von Betrieben aus allen drei Sprachregionen seit dem Lockdown zurück. Bei den am stärksten betroffenen Bereichen zeigen sich aber einige regionale Unterschiede.

(Source: Comfreak / Pixabay.com)
(Source: Comfreak / Pixabay.com)

In der gesamten Schweiz hat sich die Coronakrise auf die Elektrobranche ausgewirkt. Vor dem 15. März – dem Beginn des Lockdowns – war die Auftragslage in allen Sprachregionen überwiegend gut. Danach verschlechterte sie sich. Das geht aus einer Umfrage des Verbands EIT.swiss hervor. An der Umfrage nahmen 375 Betriebe aus der Deutschschweiz, 64 Betriebe aus der Westschweiz und 15 Betriebe aus dem Tessin teil.

Es erstaune nicht, dass die italienischsprachige Schweiz am stärksten von der Verschlechterung betroffen war, schreibt EIT.swiss. Nichtsdestotrotz litten auch Betriebe in der Romandie und der Deutschschweiz unter Corona. Servicetätigkeiten, Arbeiten auf Baustellen sowie in stationären Läden wurden negativ beeinflusst.

In der Deutschschweiz gaben 55 Prozent der Befragten an, dass Servicetätigkeiten am stärksten von den Massnahmen zur Eindämmung des Virus betroffen waren. Auch in der Romandie litt dieser Bereich am stärksten (43 Prozent). Die Befragten aus dem Tessin (45 Prozent) sahen Tätigkeiten auf Baustellen am stärksten betroffen. Da es laut EIT.swiss in der Deutschschweiz weniger Baustellenschliessungen gab als im Tessin und der Romandie, war dieser Bereich hier nicht so stark beeinträchtigt. Verkaufstätigkeiten sahen die Befragten aus den drei Sprachregionen ungefähr gleichstark beeinflusst. So waren es in der Deutschschweiz und im Tessin jeweils 17 Prozent und in der Romandie 15 Prozent.

Deutschschweizer zögern mit Kurzarbeit

Der Verband befragte seine Aktivmitglieder auch zu Instrumenten, die zur Abfederung der Coronaauswirkungen zur Verfügung stehen: Kurzarbeit hätten vor allem Betriebe aus dem Tessin und der Romandie in Anspruch genommen. Über die Hälfte der Befragten aus diesen zwei Regionen beantragten bereits einen Kredit. Betriebe aus der Deutschschweiz seien damit hingegen eher zurückhaltend.

Eine Minderheit der Betriebe in allen drei Sprachregionen musste Anträge für Erwerbsersatz für abwesende Mitarbeitende aufgrund von Quarantänemassnahmen oder Kinderbetreuung stellen. Die Entlassung von Mitarbeitenden war bis Ende Mai 2020 nur bei wenigen Betrieben ein Thema. Unsicherheiten bestanden aber beim "wie weiter" mit Lernenden nach der Grundbildung, wie es in der Studie heisst.

Für die nahe Zukunft rechnen die Betriebe damit, dass sich die Lage verbessert oder gleichbleibt. Nur wenige glauben an eine weitere Verschlechterung. "Einige Kommentare zeigen, dass die befragten Betriebe teilweise mit Sorge und Ungewissheit in die Zukunft sehen", schreibt EIT.Swiss. Es werde teilweise erwartet, dass die Effekte erst später spürbar sein werden.

Die Auswirkungen durch die Coronakrise auf den hiesigen Detailhandel sind weniger schlimm als erwartet. Der Markt für technische Konsumgüter soll sogar leicht zunehmen, wie Prognosen von GfK ergaben. Lesen Sie hier mehr darüber.

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