Marktreport: Juicer

Ob Entsafter, Smoothie-Maker oder High-Speed-Mixer: Juicer liegen im Trend

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Der Schweizer Markt für Fruchtsaftpressen ist so vielfältig wie nie. Kunden können aus traditionellen Entsaftern, ­Smoothie-Makern, High-Speed-Mixern und vielem mehr auswählen. Die Redaktion fragte Hersteller nach ihrer Einschätzung zum Markt.

(Source: Jonnathan / pixabay.com)
(Source: Jonnathan / pixabay.com)

Die FEA Expo 2018 hat es gezeigt: Juicer sind voll im Trend. In Morschach waren die Entsafter in zahlreichen unterschiedlichen Farben und Varianten zu sehen. Wie es aber um den Juicer-Markt in der Schweiz steht, darüber gibt es keine Angaben. GfK Switzerland führt keine Erhebung zu Juicern durch, wie es auf Anfrage heisst. Deshalb befragte die Redaktion Hersteller von Entsaftern nach ihrer Einschätzung zum Schweizer Juicer-Markt.

Thomas Nauer, CEO von Solis, merkt an, dass die Verkäufe von Fruchtsaftzentrifugen gemäss Zahlen des Fachverbands FEA im vergangenen Jahr mengenmässig um über 6 Prozent und wertmässig um über 18 Prozent rückläufig gewesen seien. Für 2018 erwartet Nauer aber eine leichte Erholung der Produktkategorie.

"Grosser Hype"

Eine andere Entwicklung stellt Judith Bussmann, Product Manager Beauty Care & Small Kitchen Appliances von Panasonic Schweiz, fest. Über die vergangenen zwei bis drei Jahre sei im Juicer-Markt ein grosser Hype spürbar gewesen. Das Wachstum sei angetrieben worden durch verschiedene Geräte für die Saftzubereitung wie etwa Saftzentrifugen, Slow Juicer, aber vor allem durch Smoothie-Maker/Mixer. Für Bussmann ist der Hype aber definitiv vorbei und der Markt rückläufig. Der gesellschaftliche Gesundheits-, Lifestyle- und Fitnesstrend sei aber unverändert, was sich sicher weiterhin positiv auf den Juicer-Markt auswirken werde, ist sie überzeugt.

Auch Philipp Probst, Verkaufsleiter Schweiz von Novissa, verweist auf den Gesundheitstrend. Immer mehr Menschen wollen sich laut Probst mit natürlichen Zutaten gesund ernähren. Deshalb schätzt er das Potenzial des Schweizer Juicer-Marktes als sehr hoch ein. So sieht es auch Philipp Studer, CEO von Trisa Electronics. "marBei den traditionellen Entsaftern gibt es einen kontinuierlichen Bedarf, und wir sehen in diesem Bereich leicht steigende Zahlen", sagt Studer.

Die Technologietrends

In Zukunft werden kompakte und multifunktionale Juicer bei der Kundschaft punkten, wie Studer weiter sagt. Solis-CEO Nauer sieht mehrere Technologietrends bei Juicern. Neue Geräte seien leiser und böten eine einfachere, intui­tivere Bedienung. Ausserdem würden sich verschiedene Hersteller mit einer tollen Vitaminausbeute profilieren. Nauer verweist auf Studienergebnisse, die gezeigt hätten, dass es grundsätzlich egal sei, wie man Vitamine durch Gemüse und Obst zu sich nehme. Wichtig sei nur, dass man es tue. "Haben Sie einmal versucht, rohen Spinat, zwei Äpfel, zwei Orangen und etwas Minze zu essen? Mit dem Slow Juicer ist das eine Leichtigkeit und ausserdem äusserst köstlich", sagt Nauer.

Bussmann von Panasonic hingegen tut sich schwer damit, Technologietrends zu benennen. Die verschiedenen Geräte und die darin verbauten Technologien würden sich stark in der Zubereitungsart und dem Resultat unterscheiden, sagt sie. Aufgrund des Trends zur gesundheitsbewussten Ernährung spiele eine vitaminschonende, nährstofferhaltende Zubereitungsart, die eine qualitativ hochwertige Saftausbeute verspreche, eine wichtige Rolle. Daher seien Slow Juicer ideal für Zubereitungen ohne Konservierungsstoffe, Zusatzstoffe, Konzentrate und Zuckerzusätze. Dank modernster Technologien würden die Zutaten bestmöglich geschont. "Denn im Unterschied zu herkömmlichen Entsaftern sind bei den Slow Juicern dank der geringen Drehzahl keinerlei Hitzeentwicklungen zu spüren und behalten so optimal Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe", sagt Bussmann.

Slow Juicer spielen eine untergeordnete Rolle

Für Bussmann spielen Slow Juicer nur eine untergeordnete Rolle im Schweizer Juicer-Markt. Der Markt werde hauptsächlich dominiert von klassischen Mixern, beispielsweise aus dem Personal-Blender- und Smoothie-Maker-Feld. So sieht es auch Trisa-CEO Studer. Slow Juicer hätten eine zu geringe Bedeutung im Markt, obwohl die Technologie grossartig sei und die Ergebnisse hervorragend seien, bedauert Studer. Die Verkaufszahlen lägen auf einem tiefen Niveau, da das Gerät hauptsächlich Kenner anspreche. Nauer von Solis merkt an, dass Slow Juicer
in der Deutschschweiz zwar noch eine untergeordnete Rolle spielten, sich aber im Tessin sehr gut verkaufen wüden, da sie sich ideal für die Zubereitung von Tomatensugo ­eigneten.

Probst von Novissa sagt, dass die Slow-Juicer-Technologie bereits über zehn Jahre alt sei und verweist auf die neue Vitajuicer-Technologie von Novissa. Diese gewinne im Vergleich mehr Saft und extrahiere mehr Vitamine.

Vorführen und Kundenbedürfnisse befriedigen

Die Redaktion befragte die Hersteller auch zu Tipps, wie der Handel die Juicer verkaufen sollte. Bussmann von Panasonic rät zu Live-Vorführungen und Degustationen. Damit könne der Handel die Produkte für den Endkonsumenten erlebbar machen. Die technischen Fakten würden beim Kaufentscheid wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen. Der Handel könne mit einem authentischen Web- und Printauftritt – mit ansprechenden Food-Bildern, Rezepten und Themen wie Gesundheit, Fitness und Lifestyle – den Nerv der Zeit treffen und die Endkonsumenten mit diversen Anwendungsbeispielen abholen.

Auch Probst von Novissa rät beim Juicer-Verkauf zu Degustationen. «In diesen Tagen kaufen viele Leute online. Doch wenn man in ein Geschäft geht, möchte man etwas erleben. Fühlen, sehen, degustieren», ist Probst überzeugt.

Studer von Trisa rät dazu, die Kunden nach ihren Vorlieben und Bedürfnissen zu fragen und entsprechend traditionelle Entsafter, Smoothie-Maker oder High-Speed-Mixer anzubieten. Nauer von Solis nennt ebenfalls die Vorführung und die umfassende Beratung, die der Handel seinen Kunden beim Juicer-Verkauf bieten sollte. «Es gibt nicht den besten Juicer, da das von den Kundenbedürfnissen abhängt», sagt Nauer. Trinke jemand ausschliesslich Zitrussaft, dann sei eine Zitruspresse das richtige Produkt. Für Suppen, Saucen, Säfte und Smoothies mit Wasser hingegen seien Mixer angesagt. Fruchtsaftzentrifugen seien ideal für eine grosse Saftausbeute in kurzer Zeit, und Slow­juicer würden tolle, cremige Säfte und Smoothies machen, ohne, dass die ganze Familie am morgen wach werde, ergänzte Nauer.

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