Turing-Award-Gewinner

Schweizer Informatikpionier Niklaus Wirth ist verstorben

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von Zoe Wiss und cka

Turing-Award-Preisträger Niklaus Wirth ist am 1. Januar 2024 verstorben. Der Schweizer Computerpionier erlangte durch die Entwicklung der Programmiersprache Pascal Bekanntheit und engagierte sich massgeblich für die Schweizer Informatiklandschaft.

Niklaus Wirth ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Das Bild zeigt ihn in 2005 während einer Vorlesung an der Staatlichen Gorki-Universität des Uralgebiets. (Source: Tyomitch / Wikimedia Commons / Copyrighted free use)
Niklaus Wirth ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Das Bild zeigt ihn in 2005 während einer Vorlesung an der Staatlichen Gorki-Universität des Uralgebiets. (Source: Tyomitch / Wikimedia Commons / Copyrighted free use)

Niklaus Wirth ist am 1. Januar 2024 mit fast 90 Jahren verstorben. Er war unter anderem Namensgeber für das Wirthsche Gesetz, demnach sich die Software schneller verlangsamt als sich die Hardware beschleunigt. Ausserdem war er Turing-Award-Gewinner, Computer-Pionier und Erfinder einflussreicher Programmiersprachen, wie die ETH Zürich schreibt. 

Weltberühmt geworden sei der gebürtige Winterthurer vor allem durch seine Programmiersprache Pascal, die er 1970 entwickelte. Diese basiert laut ETH auf den Prinzipien der strukturellen Programmierung, die der Informatiker Edsger Dijkstra formulierte, sowie auf einer mathematischen Basis, die der Informatiker Tony Hoare festgelegt hatte. Wirths Idee für die Programmiersprache, die er als Pascal etablierte, sollte ursprünglich dazu dienen, Algol 60 zu ersetzen. Sein entsprechender Vorschlag namens Algol W sei damals zugunsten von Algol 68  jedoch abgelehnt worden, berichtet "The Register". Weitere Programmiersprachen, die Wirth entwickelte, sind Euler, PL360, Modula, Modula 2, Oberon und Lola.

Wirths Wirkung beschränke sich jedoch nicht nur auf diese Programmiersprachen, schreibt die ETH weiter. Er habe ausserdem eine zentrale Rolle bei der Etablierung der Informatik in der Schweiz gespielt. So sei es ihm und der Hartnäckigkeit seiner Weggefährten zu verdanken, dass die ETH 1981 eine eigenständige Informatik-Abteilung und einen dazugehörigen Studiengang erhielt. Joël Mesot, ETH-Präsident fügt an: "Mit Niklaus Wirth verliert die ETH Zürich einen ihrer ganz Grossen, der nicht nur Pionierarbeit geleistet hat in der Entwicklung von Programmiersprachen, sondern auch zu den Gründungsvätern der Informatik in der Schweiz und an der ETH gehört."

Niklaus Wirth war von 1968 bis 1999 als Professor für Computerwissenschaften und Informatik an der ETH Zürich tätig. Dort entwickelte er 1980 auch die Computer-Workstation Lilith. Lilith sei weltweit eines der ersten Computersysteme mit einem hochauflösenden grafischen Bildschirm und einer Maus und somit eine Vorläuferin der heute üblichen Personal Computer gewesen. Obwohl Lilith eine ganze Generation Informatikerinnen und Informatiker beeinflusst hätte, scheiterte eine Vermarktung laut ETH jedoch. Im Jahr 1986 entwickelte Wirth dann mit Ceres ein weiteres Computersystem mitsamt Oberon-Betriebssystem und -Programmiersprache. Ceres-Rechner sollen schliesslich bis etwa 2003 zur Ausbildung der Informatikstudierenden an der ETH Zürich gedient haben. 

Übrigens: Die ETH Zürich ist die elftbeste Hochschule der Welt. Dies geht aus dem Times Higher Education World University Ranking für 2024 hervor. In welchen Bereichen die Hochschule punkten konnte, lesen Sie hier

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