Physische Manipulation

Zürcher Infotafel zeigt Pornos statt Points of Interest

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von René Jaun, lha

Während zwei Stunden sind Pornos und andere unerwartete Inhalte über ein Infodisplay an der Bushaltestelle Stauffacher geflimmert. Jemand muss das Gerät physisch manipuliert haben, vermutet Betreiberin Clear Channel. Wer dahinter steckt, ist nicht bekannt.

"Cityplan" am Limmatquai. (Source: Stadt Zürich)
"Cityplan" am Limmatquai. (Source: Stadt Zürich)

Ausgerechnet zur Stosszeit ist es passiert: Das Infodisplay an der Bushaltestelle Stauffacher in der Stadt Zürich zeigte am Dienstag zwischen 17:00 und 19:00 Uhr Dinge, die es nicht hätte zeigen sollen. Wie "20 Minuten" berichtet, flimmerten etwa Pornos, Youtube-Clips und Wikipedia-Seiten über den DOOH-Screen.

Betreiberin des Bildschirms ist die Firma Clear Channel. Auf Anfrage bestätigt das Unternehmen den Sachverhalt. Normalerweise zeigen die Displays einen Stadtplan von Zürich. Per Touchscreen lassen sich darauf Fahrpläne, Navigationsrouten oder Infos zu Restaurants oder Sehenswürdigkeiten einblenden.

Gerät wurde nicht aufgeschraubt

Man untersuche den Vorfall noch, heisst es bei Clear Channel auf Anfrage. Gemäss momentanem Wissensstand gehe man davon aus, dass das Display physisch manipuliert wurde. Konkret habe wohl jemand mittels Touchscreen die auf dem Display laufende Anwendung "Citymap" so manipuliert, dass schlussendlich die ungewollten Inhalte erschienen. Das Gerät sei jedoch nicht aufgeschraubt oder beschädigt worden.

Als Reaktion auf den Vorfall wurde der DOOH-Screen am Stauffacher abgeschaltet. Die anderen 15 "Citymap"-Bildschirme, die Clear Channel in der Stadt Zürich betreibt, liefen jedoch weiter und seien auch nicht kompromitiert worden, sagt Unternehmenssprecherin Ursulina Stecher. Man habe keine Hinweise darauf, wer hinter der Aktion stehe, und es sei weder zu einer Kontaktaufnahme noch einem Erpressungsversuch gekommen.

Die IT-Sicherheit im Bereich Digital Signage wird oft vernachlässigt. Dabei kann der Schaden für Firmen und auch Nutzerinnen und Nutzer enorm sein. Anwender müssten umdenken, nicht erst wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen sei, fordern Sicherheitsexperten.

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