Befragung von Ethix

Über die Hälfte der Schweizer will die SwissCovid-App nutzen

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Bald soll die SwissCovid-App starten. Eine Befragung zeigt, dass über die Hälfte der Schweizer dazu bereit ist, die App zu verwenden. Am wichtigsten ist den Nutzern, dass die App freiwillig ist.

(Source: Robert Kneschke / Fotolia.com)
(Source: Robert Kneschke / Fotolia.com)

Am 19. Juni hat das Parlament grünes Licht für die Schweizer Corona-Warn-App SwissCovid gegeben. Zu Beginn der Entwicklung der SwissCovid-App, führte das Lab für Innovationsethik Ethix eine Befragung zur neuen App durch. Laut Ethix nahmen knapp 1000 Personen an der Umfrage teil.

Die Befragung ergab drei Hauptbefunde:

  • Freiwilligkeit: 83 Prozent der Befragten gaben an, dass die Freiwilligkeit der App für sie das wichtigste ethische Kriterium sei. Ausserdem sind 75 Prozent der Ansicht, dass der Zugang zu Arbeitsplätzen oder öffentlichen Räumen nicht von der Nutzung der App abhängen soll.

  • Nutzung: 58 Prozent der Befragten seien dazu bereit, eine App wie SwissCovid zu verwenden. Davon glauben 70 Prozent, dass der erwartete Nutzen der App sowie der Schutz der Privatsphäre ausgewogen sind. Die Mehrheit der Befragten (76 Prozent), die nicht bereit sind, die App zu nutzen, gab an, dass die Verletzung der Privatsphäre nicht verhältnismässig ist.

  • Ermittlung von Kontaktpersonen: 72 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Apps zur Ermittlung von Kontaktpersonen, wie sie in Taiwan oder Singapur verwendet werden, einen gefährlichen Präzedenzfall für die Verletzung der Privatsphäre darstellen. Die Studienteilnehmer befürchten, dass die Behörden mit einer solchen App versucht sein werden, die Bürger genauer zu überwachen oder dass private Akteure ihre Macht über die Nutzer dadurch vergrössern werden.

In Bezug auf die Privatsphäre der Personen, bei denen ein Covid-19-Test positiv ausgefallen ist, birgt die SwissCovid-App Datenschutzrisiken. Auch die Sicherheit der Corona-Warn-App ist mangelhaft: Serge Vaudenay, Professor für Kryptographie an der EPFL, erläutert die Schwachstellen, die er in der Schweizer Contact-Tracing-App gefunden hat.

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DPF8_183084

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