"Probleme in der Betriebsführung?"

Swisscom-Pannenserie: Diese Fragen kommen auf den Tisch

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Die Swisscom-Führung kommt unter politischen Druck. Ende Juni muss sie zur Anhörung antraben und der zuständigen Nationalratskommission erklären, wie es zur vierten Panne in fünf Monaten gekommen ist. Jon Pult, Vizepräsident der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, spricht darüber, was er von der Swisscom erwartet.

Jon Pult, Nationalrat (SP/GR) und Vizepräsident der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates. (Source: zVg)
Jon Pult, Nationalrat (SP/GR) und Vizepräsident der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates. (Source: zVg)

Die gestrige Swisscom-Störung war bereits die vierte dieser Art seit Anfang Jahr. Gibt es da einen Zusammenhang? Die Swisscom verneint: "Es besteht gemäss unseren aktuellen Analysen kein Zusammenhang zwischen der Störung von gestern und jenen von Anfang Jahr", schreibt das Unternehmen auf Anfrage und ergänzt: "Wir werden auch der Politik die Fakten und Hintergründe der Störung darlegen und was wir unternommen haben, um solche Ausfälle in Zukunft zu vermeiden."

Ende Juni muss sich die Swisscom-Spitze vor der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) des Nationalrates erklären. Kommissionsvizepräsident und Nationalrat Jon Pult (SP/GR) gibt Auskunft darüber, welchen Fragen sich Swisscom-CEO Urs Schaeppi stellen muss.

Was hat die Meldung der vierten Swisscom-Panne seit Anfang Jahr bei Ihnen ausgelöst?

Jon Pult: Ich fand es sehr beunruhigend. Ein Mal kann so etwas passieren, beim zweiten Mal nennt man es Pech. Ein drittes Mal ist schon ein schlechtes Zeichen, aber wenn eine solche Störung zum vierten Mal in wenigen Monaten vorkommt, ist das besorgniserregend. Vor allem, weil die Swisscom so wichtig für die Schweiz ist. Wenn in bestimmten Kantonen die Notrufnummern nicht funktionieren, ist die Situation dramatisch.

Was denken Sie: Wo liegt das Problem?

Ich möchte nicht spekulieren. Wichtig scheint mir, dass die Swisscom nun Klarheit schafft. Ich bin froh, dass es im Juni ein Hearing vor der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats gibt – und dass auch das Bundesamt für Kommunikation die Sache untersucht. Bis dahin liegt es an der Swisscom, Transparenz über die Ursache zu schaffen.

Als Grund für die letzte Panne nannte die Swisscom unerwartetes Software-Verhalten. Können Sie mit dieser Begründung etwas anfangen?

Das muss besser erklärt werden. Man kann in so einer Situation nicht einfach nur eine kryptische Erklärung abgeben, die letztlich nur Fachleute verstehen. Alle Bürgerinnen und Bürger müssen den Grund für die Störung nachvollziehen können. Die Kommunikationsnetze sind für die Schweiz zu wichtig, als dass wir uns solche Pannen leisten könnten. Das ist der Swisscom wie auch der Schweiz nicht würdig.

Welches sind die wichtigsten Fragen, denen sich Swisscom-CEO Urs Schaeppi im Hearing Ende Juni stellen muss?

Es stehen viele Fragen im Raum. Gibt es vielleicht doch einen Zusammenhang zwischen den jüngsten Pannen oder ist das alles nur eine Folge von Zufällen? Stehen strukturelle Probleme dahinter? Gibt es Probleme in der Betriebsführung? Hat man Prioritäten falsch gesetzt oder finanzielle Mittel falsch eingesetzt? Und vor allem: Wie will die Swisscom solche Pannen in Zukunft verhindern? Auf solche Fragen erwarten wir plausible Antworten. Schliesslich geht es darum, möglichst schnell Klarheit zu schaffen, um das erschütterte Vertrauen wieder herzustellen. Das betrifft nicht nur das Vertrauen in die Swisscom, sondern auch das Vertrauen in die Telekommunikation und in den Service Public.

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