ZHAW-Studie

Schweizer fürchten Überwachung durch Contact-Tracing-Apps

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Schweizer stehen einer Contact-Tracing-App grundsätzlich positiv gegenüber und wollen diese auch nutzen, sagt eine Studie. Dennoch äussern viele Befragte Bedenken bezüglich Sicherheit oder fürchten stärkere Überwachung.

(Source: cottidie / iStock.com)
(Source: cottidie / iStock.com)

Schweizer sind offen für Contact-Tracing-Apps. Nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte bestätigt dies nun auch eine Umfrage der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW). Demnach beabsichtigen 68 Prozent der Befragten, die App auf jeden Fall oder wahrscheinlich zu installieren.

Fast 9 von 10 Befragten beabsichtigen, auf jeden Fall oder wahrscheinlich in der App zu melden, falls sie sich mit dem Virus infizieren. Ausserdem würde eine grosse Mehrheit der Aufforderung der App folgen, eigene Kontakte stärker zu reduzieren oder sich in häusliche Quarantäne zu begeben, wenn ein erhöhtes persönliches Infektionsrisiko vorliegt.

Doch die optimistischen Zahlen sind nicht die einzigen Studienergebnisse. Viele befragte äusserten Bedenken und Ängste im Hinblick auf eine Contact-Tracing-App, wie sie der Bund plant.

Zwei von fünf Schweizern haben demnach bedenken, dass die Behörden eine Contact-Tracing-App zur stärkeren Überwachung der Bevölkerung nutzen könnten. Ebenso viele befürchten, die App könnte nicht richtig funktionieren und etwa Fehlalarme auslösen. Und 30 Prozent äusserten Sorgen, ihr Smartphone könnte durch die App leichter gehackt werden.

Es sei wichtig, bei der Einführung einer Contact-Tracing-App auf diese Sorgen einzugehen, kommentiert Michael Widmer, Dozent am Zentrum für Sozialrecht der ZHAW. "So braucht es etwa Transparenz über die genaue Funktionsweise der App und über Massnahmen zur Wahrung des Datenschutzes."

Für die Studie haben das Institut für Wirtschaftsinformatik und das Zentrum für Sozialrecht der ZHAW School of Management and Law rund 2000 Personen aus allen Landesteilen befragt. Den Umfrageteilnehmern wurde eine App beschrieben, die keine Standort- und Bewegungsdaten erfasst, sondern sondern längere Kontakte zu anderen App-Nutzern via Bluetooth registriert.

Derweil verzögert sich der Start der Schweizer Contact-Tracing-App voraussichtlich bis in den Juli. Das Parlament fordert den Bundesrat auf, zunächst eine gesetzliche Grundlage für eine solche App zu schaffen, wie Sie hier lesen können.

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