Wearable von Ava

Liechtenstein setzt auf biometrische Armbänder im Kampf gegen Corona

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In Liechtenstein startet eine neue Studie zur Erforschung von Covid-19 und das Zürcher Start-up Ava liefert dafür die biometrischen Armbänder. Mit den gewonnenen Daten soll eine Früherkennung möglich werden.

Vaduz, Liechtenstein (Source: István Asztalos / Pixabay)
Vaduz, Liechtenstein (Source: István Asztalos / Pixabay)

In Liechtenstein startet eine neue Studie zum Coronavirus. Mit biometrischen Armbändern will die Laborgruppe LMZ Dr Risch Daten im Kampf gegen Covid-19 sammeln. Die Technik dafür kommt vom Schweizer Start-up Ava. Das Medtech-Unternehmen liefert 2000 seiner Ava-Armbänder in das Fürstentum, wie es in einer Mitteilung heisst.

Das Wearable ist normalerweise als Fruchtbarkeitstracker für Frauen im Einsatz. Im März kündigte das Start-up einen Rabatt für Forscher an. Das Medizinalprodukt misst im Schlaf die Hauttemperatur, Puls- und Atemfrequenz sowie die Durchblutung und Herzfrequenzvariabilität. Diese Daten will die sogenannte Covi-Gapp-Studie mit den Daten von Covid-19-Patienten verknüpfen, um so mit einem neuen Algorithmus eine Früherkennung von infizierten Personen zu ermöglichen.

Das Ava-Armband. (Source: Ava)

Die Studie werde mit rund 2200 Liechtensteiner zwischen 33 und 51 Jahren durchgeführt, die jeweils ein Ava-Armband auf freiwilliger Basis tragen sollen. Die Probandengruppe entspricht mehr als fünf Prozent der Bevölkerung des Fürstentums. In einer zweiten Phase soll die Studie für die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden, wie es weiter heisst. Erste Ergebnisse der Studie sollen im Herbst erscheinen.

"Aus wissenschaftlicher Sicht ist es von entscheidender Bedeutung, so schnell wie möglich ein besseres Verständnis des neuen Coronavirus zu erlangen. Eine zuverlässige Früherkennung von Covid-19 hilft im Wettlauf gegen eine weitere Ausbreitung", sagt Professor Lorenz Risch, Initiant und Leiter der Studie.

Das Fürstentum Liechtenstein beteiligt sich auch finanziell an der Studie. Auf die Frage nach dem Datenschutz versicherte die Liechtensteiner Regierung gegenüber der "Handelszeitung", dass man keinen Zugriff auf die Gesundheitsdaten der Studie hat.

Im Zuge der Pandemie hat Ava begonnen, sein Wearable in anderen Bereichen des Gesundheitswesens einzusetzen. Zukünftig könne das Ava-Armband zum Beispiel als Fernmessgerät für Risikogruppen zum Einsatz kommen.

Ein andere Option für die Sammlung von Daten im Kampf gegen Covid-19 ist eine App zur Kontaktverfolgung. Lesen Sie hier, wie viele Menschen sich eine entsprechende App installieren würden.

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