Falt-, quetsch- und dehnbar

Forscher entwickeln Akku mit der Konsistenz eines Kaugummis

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von Coen Kaat

Statt hart könnten die Akkus der Zukunft weich wie Kaugummi sein. Forscher der Stanford-Universität entwickelten einen Stromspeicher, der sich falten, quetschen und dehnen lässt – ohne dass sich dies auf die Leistungsabgabe auswirkt. Einen Haken hat der weiche Wunderakku jedoch noch.

(Source: Joseph Costa / Unsplash.com)
(Source: Joseph Costa / Unsplash.com)

Forscher der US-amerikanischen Stanford-Universität haben einen neuartige Akku entwickelt. Einen weichen Akku, der sich falten, quetschen und dehnen lässt. Sogar wenn man ihn auf fast das Doppelte seiner ursprünglichen Länge streckt, behält er eine konstante Leistungsabgabe bei, wie die Forscher im Stanford Engineering Magazine erklären.

Der Akku soll noch mit einem weiteren Argument überzeugen: Sicherheit. Als Elektrolyt verwendet der Akku nämlich ein Polymer. Das ist nicht neu, wie die Forscher selber zugeben. Der verwendete Elektrolyt sei dadurch weniger brenn- und entflammbar als derjenige von herkömmlichen Akkus. Zudem könne er auch nicht auslaufen. Konventionelle Batterien und Akkus setzen hingegen auf eine gallertartige oder auch flüssige Substanz als Elektrolyt.

Für Wearables und medizinische Geräte

Der flexible Akku soll dereinst Wearables antreiben. Herkömmliche feste Akkus sind hierfür eher suboptimal. Da sie sich nicht an den Formen und Bewegungen des Körpers anpassen können, müssen sie möglichst klein sein, um beim Tragen nicht unbequem aufzufallen.

Denkbar sei auch die Verwendung in Hörgeräten, Datenbrillen, smarter Bekleidung oder auch medizinischen Wearables wie etwa Wegwerf-Herzfrequenzmessgeräten. Diese bestehen im Wesentlichen aus einem Pflaster mit einem Sensor und einer festen Batterie, welche natürlich die Flexibilität limitiert.

12 bis 18 Monate, um Haken auszubessern

Der neue Wunderakku hat jedoch einen Haken. Der Prototyp ist etwa so gross, wie ein Daumennagel, speichert aber nur halb so viel elektrische Energie wie eine herkömmliche Alternative von vergleichbarer Grösse.

Bis die Forscher die ersten Testversionen an Hersteller verschicken, werden wohl noch 12 bis 18 Monate vergehen. Bis dahin werde der Akku weiter optimiert und auf seine Sicherheit geprüft. Künftige Versionen sollen auch grösser sein und mehr Saft haben.

Von weich zu hart: Die Forscher von Microsoft haben im November 2019 ein fast unkaputtbares Speichermedium vorgestellt, das wohl fast ewig hält: Quarzglas. Darin fingen sie Superman ein, wie Sie hier nachlesen können.

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