"Urheber-Unrecht"

Piratenpartei sammelt Unterschriften gegen neues Urheberrecht

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Die Piratenpartei hat das Referendum gegen das neue Urheberrecht ergriffen. Das Komitee sieht in der Urheberrechtsrevision in erster Linie Vorteile für grosse Film- und Musikkonzerne. Kreative, Privatpersonen und die öffentliche Hand sollen das Nachsehen haben.

(Source: Leon Bublitz / Unsplash)
(Source: Leon Bublitz / Unsplash)

Gemeinsam mit einigen anderen Organisationen hat die Piratenpartei Schweiz das Referendum gegen die geplante Revision des Urheberrechts ergriffen. Die Revision, die Internetpiraterie verhindern und die Schutzfristen für urheberrechtlich geschützte Werke verlängern soll, sei "ein einziger Dienst an grossen Firmen und Musikkonzernen." Das sagte der Co-Präsident der Piraten, Jorgo Ananiadis, gegenüber der "Aargauer Zeitung".

Das Referendumskomitee sehe zwar die Notwendigkeit einer Urheberrechtsreform, allerdings seien grosse Konzerne vor allem daran interessiert, die Schutzdauer ihrer Werke zu verlängern und sich jede Verwendung vergüten zu lassen. Das gelte auch, wenn sie nichts Kreatives beigetragen hätten und die Rechte nur eingekauft seien. Die Piratenpartei spricht deshalb auch vom "Urheber-Unrecht". Konkret kritisiert die Partei folgende Punkte:

  1. Schon das Teilen von jeglichen Fotos in einer Whatsapp-Gruppe oder auf Twitter könne neu illegal sein. Daher erwartet die Partei Klagewellen vonseiten der User.

  2. Es drohten massive Kostensteigerungen bei der öffentlichen Hand, da die Abgaben für Bibliotheken und Schulen explodieren würden.

  3. Der Grossteil des Geldes würde an Medienkonzerne und Rechtsvertreter gehen und nicht an Kreative.

Die Sammelfrist für die nötigen 50'000 Unterschriften läuft laut Aargauer Zeitung bis am 16. Januar. Mehrere hundert Unterschriften seien bereits eingeholt.

Mehr über die Urheberrechtsrevision und wie diese das Recht aufs Internetzeitalter anpassen soll, können Sie hier nachlesen.

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