Studie der ZHAW

Cybercrime steigt in der Schweiz dramatisch an

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von Coen Kaat

Die ZHAW hat eine Studie zur Entwicklung der Kriminalität in der Schweiz veröffentlicht. Demnach ist die Anzahl Straftaten deutlich gesunken. Mit einer Ausnahme: Die Cyberkriminalität nimmt deutlich zu.

(Source: Coen Kaat)
(Source: Coen Kaat)

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist die Kriminalität in der Schweiz um etwa ein Drittel gesunken. Seit dem Rekordjahr 2012 nahm die Anzahl Opfer von Straftaten um 100'000 ab. Dies geht aus einer Studie der ZHAW hervor.

Die Cyberkriminalität jedoch schwimmt gegen den Strom. Insbesondere Betrugsdelikte wie die unbefugte Datenbeschaffung, das unbefugte Eindringen in Datensysteme oder der betrügerische Missbrauch einer EDV-Anlage nehmen zu.

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Cybercrime bevorzugt Italienisch und Französisch

Zwischen 2014 und 2018 nahmen die Fälle von unbefugter Datenbeschaffung um knapp zwei Drittel zu, der Missbrauch von EDV-Anlagen um 27 Prozent. Beide sind jedoch noch deutlich unter dem Vergleichswert von 2012. Das unbefugte Eindringen in Datensysteme nimmt laut der Studie seit 2009 kontinuierlich zu – und zwar um insgesamt 325,8 Prozent.

Ferner gaben 7,7 Prozent der Befragten an, in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cyber-Bullying geworden zu sein. Bei der sexuellen Onlinebelästigung waren es 7 Prozent.

Cybercrime kommt in der italienischsprachigen Schweiz am häufigsten vor. In der Region berichten 15,6 Prozent der Befragten von derartigen Delikten. In der französischsprachigen Schweiz sind es 14 Prozent und in der Deutschschweiz 10,3 Prozent. Bei der traditionellen Kriminalität gibt es laut der Studie keinen signifikanten Unterschied zwischen den Sprachregionen.

Schweizer wollen härtere Strafen

Obwohl die Kriminalität insgesamt sank, sehen die Befragten dies anders. Lediglich 14,8 gaben an, dass die Straftaten seltener geworden sind. Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung schätze die Entwicklung insofern falsch ein, heisst es in der Studie. Beim Cybercrime gingen 95,3 Prozent der Umfrageteilnehmer davon aus, dass diese Straftaten zunehmen.

Diese Fehleinschätzung führen die Studienautoren vor allem auf zwei Faktoren zurück: den Medienkonsum – insbesondere den Konsum privater Fernsehsender und die politische Orientierung. "Je weiter rechts sich Befragte verorten, umso eher sind sie der Meinung, dass Kriminalität ein Problem ist und umso eher werden höhere Strafen gefordert", sagt Studienautor Dirk Baier. "Mehr als zwei von drei der Befragten befürworten Forderungen nach härteren Strafen."

Zur Methodik

Die ZHAW verschickte nach eigenen Angaben für die Studie über 10'000 Fragebogen an zufällig ausgewählten erwachsenen Personen in der ganzen Schweiz. 2111 hätten geantwortet. Dies entspreche der für derartige Studien durchschnittlichen Rücklaufquote von 20,1 Prozent.

Zum Nachschlagen:

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