Drohnenabsturz in Zürich

Reaktion auf Drohnen-Fiasko: Post stärkt Sicherheitsmassnahmen

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Anfang Mai ist eine Postdrohne über einem Zürcher Waldstück vom Himmel gefallen. Ein Zwischenbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle zeigt gravierende Mängel bei der betroffenen Drohne. Die Post reagiert mit unterschiedlichen Massnahmen.

(Source: Post)
(Source: Post)

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuntersuchungsstelle (Sust) hat einen Zwischenbericht zur abgestürzten Postdrohne veröffentlicht. Gemäss NZZ löste wenige Minuten nach Abflug plötzlich das automatische Flugabbruchsystem aus. Das Fluggerät startete danach eine Notlandung. Bei der Öffnung des Notfallschirm ging jedoch etwas schief. Die Bremswirkung des Schirms führte zu einer "schlagartigen Verzögerung" und die Verbindungsleine riss. Darauf stürzte die Drohne ungebremst zu Boden.

Der Aufschlag im Wald fand in der Nähe von spielenden Kindern statt. Weder sie noch ihre Betreuer hörten den Pfeifton, den eine abstürzende Drohne in solch einem Fall von sich gibt. Die Post schreibt, es sei nicht akzeptabel, dass die ganzen Sicherheitsmechanismen nicht funktioniert haben. Sie reagiert mit einer Reihe von Massnahmen auf die Ergebnisse der Sust.

Expertenrat für Risiko und Sicherheit

Die Post beschloss, als Reaktion einen Expertenrat zu bilden. In ihm vertreten sind unabhängige Spezialisten, Hersteller, Kunden und die Post selbst. Sie sollen die Post im Risiko- und Sicherheitsmanagement zum Flugbetrieb der Drohnen beraten. Gemäss Mitteilung sind erste Arbeitsschritte bereits im Gang.

Als Sofortmassnahme passt die Post die Ausstattung und die Technik ihrer Drohnen an. Ein Metallgeflecht verstärkt neu die Seile des Fallschirms. Neu befinden sich an diesem Schirm zwei statt nur ein Befestigungsseil. Den Pfeifton von abstürzenden Drohnen stellt die Post doppelt so laut.

Weiter passt die Post die Wind-Grenzwerte für den Flugbetrieb an. Bei konstantem Wind und Böen setzt sie die Toleranzgrenze um zwei Meter pro Sekunde herab. Die maximale Geschwindigkeit der Drohnen beträgt neu 17 statt 20 Metern pro Sekunde. Damit liegen die Werte 20 Prozent tiefer als die Auflagen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt.

Bereits im Januar stürzte eine Transportdrohne in den Zürichsee. Die Hintergründe dazu lesen Sie hier.

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