Hands-on: Mate 20 Pro

Huaweis Flaggschiff geht gerne baden

Uhr | Aktualisiert

Heute, 2. November, kommt das Huawei Mate 20 Pro in den Schweizer Handel. Die Redaktion hat das neue Smartphone unter die Lupe genommen. Vorweg nur so viel: Es war ein Aquarium involviert.

Es kann nicht Kaffee kochen, räumt nicht die Wohnung auf und ist auch kein Toaster. Ansonsten lässt das Huawei Mate 20 Pro nur wenige Wünsche offen. Heute, 2. November, startet der Verkauf in der Schweiz. Im Video unten sind 7 der spannendsten Features des neuen Smartphnes kurz zusammengefasst:

Lange Power und schnelles Laden

Im Innern des Smartphones steckt der neue Kirin-980-Chip. Es sei das weltweit erste 7-Nanometer-System-on-a-Chip (SoC) für Android-Geräte. Laut Huawei soll das SoC das Gerät bis zu 75 Prozent leistungsfähiger und 58 Prozent effizienter machen. Genau überprüfbar war das leider nicht, aber eines lässt sich sagen: Das Mate 20 Pro ist schnell. Richtig schnell. Egal, ob es um das Öffnen von Apps oder das Entsperren des Geräts durch Gesichtserkennung oder Fingerabdruck-Scan geht, alles funktioniert im Handumdrehen.

Apropos Fingerabdruck-Scan: Der Sensor dafür befindet sich beim Mate 20 Pro direkt auf dem Display. Das spart Platz. Allerdings benötigt man bei kalten oder leicht nassen Händen hin und wieder einen zweiten Fingerdruck, um das Gerät zu entsperren. Über die Gesichtserkennung dürften sich insbesondere Brillenträger freuen, denn das Gerät erkennt einen blitzschnell mit und ohne Brille. Mehr über die neue Huawei Smartwatch und die anderen Produkte der Mate-20-Serie lesen Sie hier.

Neben Geschwindigkeit setzt Huawei beim neuen Flaggschiff auf Langlebigkeit. So steckt im Mate 20 Pro ein Akku mit einer Kapazität von 4200 Milliamperestunden. Und der hat es in sich. Selbst wenn einen Tag lang rege gefilmt, fotografiert, gesurft und gechattet wird, hat das Gerät am Abend noch Saft. Muss der Akku dann doch geladen werden, geht es dank 40-Watt-Super-Charge sehr schnell. Huaweis Versprechen, dass damit der Akku innert 30 Minuten zu 70 Prozent aufgeladen wird, hält das Ladegerät ein. Auch Wireless Charging wäre möglich, aber da kein Wireless Charger zur Hand war, konnte diese Funktion nicht getestet werden.

Mit dem Wireless Reverse Charging können andere Geräte, die Wireless Charging unterstützen, aufgeladen werden. Dazu aktiviert der Nutzer das Wireless Reverse Charging beim Mate 20 Pro und legt das andere Gerät auf die Rückseite des Huawei Smartphones. Das Video unten zeigt, wie das Wireless Reverse Charging mit einem Samsung Galaxy S8 funktioniert:

Huawei denkt an Ungeschickte

Mit seinem Curved-Display erinnert das Mate 20 Pro vom Design her stark ans Samsung Galaxy S9, ist mit einem 6,39-Zoll-Bildschirm allerdings um gut ein halbes Zoll grösser. Praktisch: Huawei hat beim Design daran gedacht, dass einem ein eher grosses Smartphone leicht aus der Hand rutscht und die Oberfläche der Rückseite darum leicht rau gestaltet. Der obere und untere Rand des Bildschirms sind im Vergleich zum P20 kleiner geworden.

Speicherplatz gibt's 128 Gigabyte und 6 Gigabyte RAM. Ausserdem finden im Gerät gleichzeitig zwei SIM-Karten Platz oder eine SIM-Karte und eine Nano-SD-Karte. Diese muss allerdings noch separat gekauft werden. Herkömmliche Micro-SD-Karten passen nicht ins Mate 20 Pro.

Gute Bildqualität – auch unter Wasser

Das neue Huawei-Smartphone ist vor allem etwas für alle, die gerne mit dem Handy filmen und fotografieren – auch unter Wasser. Wie bereits beim P20 hat Huawei dem neuen Gerät wieder ein dreifach-Leica-Kamerasystem verpasst. Dazu gehören ein 40-Megapixel-RGB-Sensor mit Weitwinkel-Objektiv, ein 20-Mexapixel-Sensor mit Ultraweitwinkel-Objektiv und ein 8-Megapixel-Sensor mit Tele-Objektiv.

Das Mate 20 Pro liefert eine sehr hohe Bild- und Videoqualität – auch in dunkler Umgebung. Der Bildstabilisator sorgt dafür, dass Fotos auch bei längerer Belichtungszeit nicht verschwommen wirken. Auch Bilder, die mit dem hybriden Dreifach- oder Fünffachzoom aufgenommen werden, verlieren kaum an Qualität. Für besonders kontrastreiche Fotos sorgt der HDR (High Dynamic Range)-Modus. Wer Blende, Belichtungszeit, ISO etc. gerne manuell einstellt, kommt im Pro-Modus auf seine Kosten. In extrem dunklen Situationen kommt der Nacht-Modus gelegen. Dieser hellt Bilder automatisch auf und sorgt für schärfere, kontrastreichere Fotos im Dunkeln als der normale Fotomodus. Hier ein Vergleich:

Links: normaler Fotomodus, rechts: Nachtmodus. (Source: Netzmedien)

Sowohl die Videofunktion, wie auch die 24-Megapixel-Selfie-Kamera bieten einige Filter und spannende Echtzeit-Effekte. Gefilmt werden kann auch im Zeitraffer oder in Zeitlupe.

Auch für die Badeferien eignet sich das Mate 20 Pro, denn die Kamera verfügt über einen Unter-Wasser-Modus. Obwohl der Hersteller empfiehlt, fürs Filmen und Fotografieren ein Unter-Wasser-Gehäuse zu verwenden, geht es eigentlich auch ohne. Das Mate 20 Pro ist mit IP68 nämlich bis auf eine Tiefe von 1,5 Meter wasserdicht und kann laut Hersteller 30 Minuten lang abtauchen. Im Wasser bedient man das Gerät über den Power-Button, beziehungsweise die Taste zur Lautstärkenregulierung auf der Seite. Die so gedrehten Videos sind qualitativ gut, allerdings schien der Autofokus beim Test im heimischen Aquarium teilweise etwas verwirrt zu sein. Wie sich das Gerät im Wasser schlug sehen Sie hier:

KI macht aus Bananen High Heels

Das Gerät bietet auch einige Fun-Features wie beispielsweise die "HiVison"-KI-Funktion. Sie soll Gegenstände erkennen und bei Esswaren auch gleich die Kalorienanzahl angeben. Auch Texte soll sie laut Hersteller übersetzen. Beim Ausprobieren sorgte "HiVision" zwar für sehr viel Unterhaltung, bestach aber nicht unbedingt durch Präzision. Die Übersetzungen waren in etwa so gut, wie man es vom frühesten Google-Translate-Stadium kennt. Auch beim Erkennen von Gegenständen funktionierte "HiVison" anfangs eher nach dem Zufallsprinzip. So hielt es beispielsweise eine Banane kurzzeitig für ein Paar gelbe High Heels. Nach einigem Üben schien die Gegenstandserkennung aber präziser zu werden.

Ein weiteres witziges Feature: die "3D-Qmoji". Wie bei Apples Animoji, kopieren Huaweis 3-D-Tierchen die Mimik und Kopfbewegungen des Users. Braucht die Welt so etwas? Nein. Macht es trotzdem Spass? Definitiv.

Gerne hätte die Redaktion auch die an der Keynote vorgezeigte 3-D-Live-Object-Funktion ausprobiert, mit der man leblose Gegenstände scannen und dann zu animierten 3-D-Objekten, die die Bewegungen des Nutzers imitieren, machen kann, ausprobiert. Aber sie war schlicht unauffindbar.

Wer beim Huawei-Flagship den Köpfhörereingang sucht, wird nicht fündig. Zumindest nicht, wenn man nach einer klassischen 3,5-Millimeter-Miniklinke Ausschau hält. Beim Mate 20 Pro werden die Kopfhörer über den USB-C-Anschluss eingesteckt. Auch das Aufladen und die Dual Speaker laufen über diesen Anschluss. Über die Kopfhörer Musik hören und das Gerät gleichzeitig aufladen geht also nicht. Musik über den Dual Speaker laufen zu lassen ist hingegen auch mit eingestecktem Ladekabel kein Problem.

Fazit:

Das Huawei Mate 20 Pro überzeugt mit seiner Akku-Power und ästhetischem Design. Es ist das ideale Gerät für alle, die gerne mit dem Smartphone fotografieren und Videos drehen und hier auch gerne ein bisschen herumexperimentieren. Einige der KI-Features überzeugen, bei anderen gibt es noch Verbesserungspotenzial.

Das Testgerät der DSC-RX100 VI wurde der Redaktion von Huawei zur Verfügung gestellt.

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DPF8_114177

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