Was Tesla und Co. an Geld verlieren

Spotify verbrennt täglich Millionen – genauso wie diese Start-ups

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von Pascal Scherrer, Watson

Wer erfolgreich sein will, darf keine Gewinne machen – so scheint es zumindest, wenn man sich die Umsätze von Spotify ansieht. Doch der Musik-Streaming-Dienst, der im Oktober zehn Jahre alt wird, ist nicht das einzige Start-Up, das Millionenverluste einfährt.

(Source: Pixabay.de / Mediamodifier)
(Source: Pixabay.de / Mediamodifier)

1. Spotify

Am 7. Oktober 2008 ging der Musik-Streaming-Dienst von Spotify in mehreren Ländern online. Seither hat das Start-Up aus Schweden die Führungsposition in diesem Markt erobert und selbst gegen Apple, Google und Amazon erfolgreich verteidigt.

Von den 180 Millionen Usern, die laut "The Verge" die Musik-App regelmässig nutzen, bezahlen immerhin fast die Hälfte für einen Premium-Account. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen, reicht dies für Spotify nicht, um in die Gewinnzone zu kommen.

Jahr für Jahr vermeldete der Streaming-Riese Umsätze in Milliardenhöhe; doch unter dem Strich stand schlussendlich immer eine rote Zahl: Knapp zwei Milliarden Euro hat Spotify allein in den letzten drei Jahren Verlust gemacht.

2. Dropbox

Dropbox gehört schon länger zu den grossen Tech-Unternehmen. Im Jahr 2007 von zwei Studenten gegründet, erhielt das Start-Up schon zu Beginn über eine Million US-Dollar an Fördergeldern.

Über die nächsten elf Jahre wuchs das Unternehmen zu einem globalen Cloud-Anbieter. Immer wieder konnte Dropbox dabei Geldbeträge im dreistelligen Millionenbereich von Investoren einsammeln. Beispielsweise 2014, als man in einer Finanzierungsrunde 250 Millionen US-Dollar einsammeln konnte.

Profitabel ist Dropbox allerdings bis heute nicht. Zwar machte der Konzern 2017 einen Umsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar, konnte damit aber keinen Gewinn erzielen. Vielmehr resultierte unter dem Strich ein Verlust von 111,7 Millionen US-Dollar.

3. Snapchat

Seit seiner Gründung im Jahr 2011 hat Snapchat einen traumhaften Aufstieg im Social-Media-Bereich hingelegt. Innerhalb der ersten zwei Jahre bot Facebook zuerst eine Milliarde, dann sogar drei Milliarden für das Startup. Snapchat schlug beide Deals aus.

Inzwischen wird der Wert von Snapchat sogar auf 19 Milliarden US-Dollar geschätzt. Doch obwohl das Unternehmen noch im Februar 187 Millionen User vorweisen konnte, gibt es scheinbar kein gutes Geschäftsmodell, um aus dieser grossen Userzahl Kapital zu schlagen.

Auch der Börsengang von 2017, der als grösster seit Facebooks Börsengang bezeichnet wurde, lief schief. Innerhalb von etwas mehr als zwölf Monaten fiel die Aktie von 24 Dollar auf unter zehn Dollar. Guckt man sich die Bilanz von Snapchat an, steckt das Startup tief in den roten Zahlen. Alleine im letzten Quartal 2017 fuhr Snapchat einen Verlust von 350 Millionen US-Dollar ein.

4. Tesla

Seit 2003 versucht Elon Musk mit Tesla die Autoindustrie aufzumischen. Obwohl Tesla mit seinen Modellen Elektroautos sexy gemacht hat, schafft es die Firma nicht aus den roten Zahlen.

Vor allem mit dem neuen Model 3 gibt es immer wieder Probleme. Die Produktion des Autos, welches Tesla eigentlich den Weg in den Massenmarkt – und damit in die schwarzen Zahlen – ebnen sollte, will einfach nicht richtig in die Gänge kommen.

Zwar konnte Tesla seinen Umsatz 2017 um 26 Prozent steigern, doch allein in den ersten drei Monaten 2018 verbrannte der Konzern 700 Millionen US-Dollar.

5. Uber

2009 wurde Uber ursprünglich als Limousinen-Service gegründet. Bereits vier Jahre später belief sich der Umsatz des Startups auf 213 Millionen US-Dollar. Nur zwei Jahre später wurde Uber mit einem Wert von unglaublichen 50 Milliarden US-Dollar bewertet.

Unter anderem haben Google, Goldman Sachs und sogar der Autohersteller Toyota dreistellige Millionenbeträge in Uber investiert. Bis jetzt konnte das Start-Up sein Geschäftsmodell allerdings nicht in Gewinne ummünzen. Allein 2017 musste der Konzern ein Minus von 4.5 Milliarden US-Dollar vermelden.

Zuletzt hatte der Konzern vor allem auch mit Skandalen seines CEOs Travis Kalanick zu kämpfen. Technologiediebstahl, Sexismus- und Diskriminierungsvorwürfe führten schliesslich zu dessen Absetzung. Immerhin konnte Uber im ersten Quartal 2018 einen Gewinn von 2.5 Milliarden US-Dollar verbuchen – allerdings nur, weil Uber seine Geschäfte in Russland und China verkauft hat.

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