G Data

30 Jahre IT-Security made in Ruhrgebiet

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

G Data hat mit dem Security Summit in Bochum sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Das Unternehmen wurde 1985 gegründet. 1987 programmierte Mitgründer Andreas Lüning die nach eigenen Angaben weltweit erste Anti-Viren-Software.

Vom Nischenthema der 80er Jahre zu höchster wirtschaftlicher und politischer Relevanz: IT-Security ist in allen Fragen rund um moderne Informatik nicht mehr wegzudenken. G Data ist seit diesen Anfängen mit dabei. Das Unternehmen wurde 1985 gegründet. Was in Wanne-Eickel im Ruhrgebiet mit der Analyse des Bootsektors von 3,5-Zoll-Disketten durch Andreas Lüning begann, ist heute zu einem Unternehmen mit weltweit 500 Mitarbeitenden herangewachsen.

Rund 370 dieser Mitarbeitenden sind am Hauptsitz im deutschen Bochum tätig. Dort hat der Sicherheitsanbieter mit dem Security Summit am 24. September sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Passend dazu gab es 30 Einzelveranstaltungen, in denen G Data denn auch den ganzen Bogen rund um die sicherheitsrelevanten Aspekte der IT schlug.

Die Herkunft der Software zählt

Aufsichtsratsvorsitzender Holger Bergmann wies darauf hin, dass es heute neben dem Vertrauen, das man zum Anbieter haben sollte, vor allem die Herkunft der Software sei, die zähle: "Es kommt heute darauf an, aus welchem Rechtssystem heraus eine IT-Security-Software entwickelt und verkauft wird."

Denn das Rechtssystem gebe heute vor, ob man mit der Soft- oder Hardware zugleich auch Backdoors kaufe, welche Tür und Tor für Überwachung oder Spionage öffneten. Selbstredend garantiere G Data, dass in ihrer Software keine Backdoors oder andere Zugriffsmöglichkeiten für Dritte eingebaut seien.

Internet of Things schafft neue Märkte

Wenn das Internet of Things Realität wird, immer mehr Geräte miteinander vernetzt sind und die Daten- und Transaktionsvolumen explodieren, entstehen auch neue Märkte für IT-Security. Darauf wies Sales- und Marketingchef Walter Schumann hin.

Das grösste Wachstum im Security-Bereich erwartet er bei den Sicherheitsdienstleistungen - vor allem beim Consulting rund um die Cloud sowie den Managed und Outsourced Services. Gartner erwartet dort denn auch in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum von 11,4 Prozent pro Jahr.

Das neue alte Sicherheitsproblem beim Onlinebanking

Wenige Illusionen über die Lösung der Sicherheitsprobleme im Onlinebanking machte sich Roland Wolf von der Commerzbank. Der Kunde sei und bleibe das grösste Sicherheitsrisiko, weil er die Bequemlichkeit und den Komfort höher gewichte als die Sicherheit.

Daran würden auch neue Technologien wie Blockchain oder die vielen jungen und noch nicht regulierten Fintech-Unternehmen nichts ändern. Onlinebanking mit dem Smartphone sei viel zu verlockend, als dass man darauf verzichten würde.

Kriminelle verstehen lernen

In einer weiteren Präsentation zeigte Christian Karam von Interpol auf, wie eine internationale Organisation zur Verbrechensbekämpfung heute vorgeht und wo genau in deren Sicht die Bedrohungen liegen. Letztlich wollten alle Geld verdienen - manche halt mit krimineller Energie.

Darum müsse man das Mindset, also die Denkweise der Kriminellen kennenlernen. Der Experte von Interpol wies darauf hin, dass die Blockchain-Technologie auch für Malware Unterschlupf bieten kann.

Inline-Skating mit Natalya Kaspersky

Wenn Firmen Jubiläen feiern, sind die Anekdoten aus der Unternehmensgeschichte nicht weit. Natalya Kaspersky, früher bei Kaspersky Lab tätig und heute CEO von Infowatch, erzählte vom Beginn ihrer Zusammenarbeit mit den G-Data-Gründern.

Das gemeinsame Inline-Skating, zu dem sie sich beim ersten Treffen im Jahr 1995 überreden liess, schreckte sie nicht davon ab, sich 2012 als Aktionärin am Unternehmen zu beteiligen. Ein Engagement, mit dem sie angesichts des erfreulichen Wachstums sehr zufrieden sei.

G Data gehört heute zu den weltweit führenden Technologieunternehmen für IT-Security. Ein Drittel der fast 500 Mitarbeiter arbeitet in der Forschung und Entwicklung. Rund um G Data und das Horst-Görtz-Institut ist in Bochum mittlerweile ein ganzer IT-Security-Cluster entstanden.

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