Betriebswirtschaft für Fachhändler Teil 13

Alle sagten: "Das geht nicht."

Uhr | Aktualisiert
von Ruedi Haeny, Haeny Management Consulting

Im heutigen Teil von "Betriebswirtschaft für Fachhändler" widmen wir uns dem Marketing-Mix. Er bezeichnet die ausgewählten Instrumente und Massnahmen, mit denen wir unsere Ziele erreichen wollen.

Der Marketing-Mix bezeichnet den fünften der sieben möglichen Schritte zur Marketingstrategie. Er kombiniert die verschiedenen ausgewählten Instrumente und Massnahmen, mit denen wir unsere Geschäftsziele erreichen wollen. Der Marketing-Mix gliedert sich in die folgenden vier "P":

Product / Angebot, Leistungen
    • Angebotene Produkte (Qualität, Design)
    • Sortiment
    • Dienstleistungen
    • Kundenservice etc
Price / Preispolitik
    • Preise
    • Kalkulation
    • Preisnachlässe
    • Akzeptierte Zahlungsarten
    • Zahlungsbedingungen etc.
Placement / Distribution
    • Standort
    • Lieferservice
    • Ablauf Warenfluss etc.
Promotion / Kommunikation
    • Werbung
    • Verkauf
    • Warenpräsentation
    • Messen etc.

Wofür entscheidet sich nun unser Musterbetrieb Scheidweg Multimedia?

ANGEBOT, LEISTUNGEN

Ein gut funktionierender Reparaturdienst (intern oder extern), Beratung, Heimlieferung und dergleichen gehören heute zum Standard, den ein Kunde vom Fachhändler erwartet. Franz Scheidweg ist sich bewusst, dass er mehr bieten muss, um sich positiv von Mitbewerbern abzuheben. Er will nur noch Marken und Produkte im mittleren bis gehobenen Segment führen. Bei den Dienstleistungen setzt er auf Heimberatung, Probestellung sowie qualitativ hochstehende Installationen. Für den neuen Bereich Sicherheitstechnik baut er einen 24-Stunden-Pikettdienst auf. Sobald dieser steht, will er ihn auch den UE-Kunden anbieten.

PREISPOLITIK

Was hat er nicht schon alles ausprobiert! Nun hat sich Scheidweg ein Herz gefasst. Er wird im Laden Preise anschreiben, welche die Standardleistungen wie Lieferung, Anschluss, Inbetriebnahme kostendeckend beinhalten. Daneben gibt es einen Mitnahmepreis, der den Aufwand für Auspacken, Kontrolle, Software- Update etc. deckt. Er kalkuliert seine Preise ab jetzt selbst. Preisempfehlungen dienen nur noch als Entscheidungshilfe, ob ein Produkt ins Sortiment passt.

KOMMUNIKATION

In Teil 12 (Ziele) hat sich Scheidweg einiges vorgenommen. Da stehen ein Tag der offenen Tür und der Verkaufsstart mit Sicherheitstechnik bevor. Dieses Jahr sollen die für die Kommunikation vorgesehenen Mittel konzentriert für die Bewerbung dieser zwei Themen eingesetzt werden. Auf allgemeine Werbung und die Teilnahme an der Gewerbeausstellung wird verzichtet. Sponsoringbeiträge werden stark reduziert.

DISTRIBUTION

Am Standort wird festgehalten, dieser soll ja umgebaut werden. Verkauft wird über den Laden und vor Ort beim Kunden. Eine eigene Webshop-Lösung kommt vorläufig nicht infrage. Falls man sich einem schon bestehenden System mit integrierter Logistiklösung anschliessen könnte, würde Scheidweg dies aber sicher prüfen.

Franz Scheidweg ist sich darüber im Klaren, dass er mit einigen seiner Entscheidungen gegen den Strom schwimmen wird. Das braucht Mut, Überzeugung und Durchhaltewillen. Der Misserfolg vieler Kollegen um ihn herum bestätigt ihm aber, dass er etwas wagen muss. Und dies schon heute, nicht erst morgen. Die Kunden werden ihm zeigen, ob er damit richtig liegt. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

Über die weiteren Schritte erfahren Sie mehr in den kommenden Ausgaben. 

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