Smarthome-News

Planer? An die Ineltec, aber sofort!

Uhr | Aktualisiert
von René Senn, Fachgruppe Intelligentes Wohnen der GNI

Gibt es ihn, und falls ja, wo liegt er, der Flaschenhals in der Kommunikation zur Verbreitung des Smarthomes? Sind es die Installateure, die ihren Kunden noch oft vom Smarthome abraten, die Planer, welche die Technik noch nicht verstehen, oder die Endkunden, bei denen sie noch gar nicht richtig angekommen ist?

(Quelle: DrAfter123 / iStock.com)
(Quelle: DrAfter123 / iStock.com)

Mit der Ineltec steht die grosse Messe für Energie und Gebäudetechnik vor der Tür. Sie nennt sich neu "Die Schweizer Leitmesse für intelligente Gebäudetechnologie" und nicht mehr "Technologiemesse für Gebäude und Infrastruktur". Der Namenswechsel ist ein guter Schritt, denn er bedeutet, dass die Messe mit dem Branchentrend mitgeht und nicht stehen bleiben will. Hoffen wir, dass sie ihrem Namen gerecht wird und Fachleute ein Feuerwerk an Smarthome-Lösungen vorfinden, das auch noch die letzten Zweifel der Skeptiker pulverisiert.

 

Die Stromer sind im Boot

Zumindest vonseiten der Hersteller sind viele Neuheiten rund um die intelligente Gebäudetechnologie zu erwarten. Der Markt ist jetzt reif dafür, und das Thema Gebäudeautomation scheint vor allem bei den Installateuren langsam aber sicher doch anzukommen. Dies widerspiegelt sich auch in den Aktivitäten des VSEI, dessen Kommission für Entwicklung und Technik sich im Jahresbericht positiv zur Gebäudeautomation äussert. Deshalb stehen die Chancen wirklich gut, dass die Ineltec einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung des Smarthomes leisten kann.

Die Ineltec und die vergleichbaren Messen, die Electrotec in Bern oder die Elettroespo im Tessin, richten sich in erster Linie an die Zielgruppe der Integratoren und Installateure. Die Ineltec versucht nun – und das ist sehr zu begrüs­sen –, auch die Planer mit ins Messeboot zu holen. Denn gerade bei ihnen ist noch ein gewisses Manko an Kenntnissen und Erfahrungen mit Smarthomes und intelligenter Gebäudetechnologie auszumachen. Eine grosse Herausforderung für diese Berufsgruppe, die durch die Einführung von BIM derzeit ohnehin stark gefordert ist. Diejenigen Planer, die sich schon lange mit Smarthomes und intelligenter Gebäudetechnologie beschäftigen, sind natürlich im Vorteil. Auf alle anderen kommt eine Doppelbelastung zu, denn ohne Ausbildung sind beide Technologien in einem Unternehmen nicht einzuführen. Der Ball liegt also bei ihnen, wollen nicht sie der Flaschenhals in der Verbreitung intelligenter Gebäudetechnologien sein.

 

Endkunden nicht vergessen

Es bleibt noch die Frage, wer die Brücke zum Endkunden schlägt. In einer Diskussionsrunde mit verschiedenen Herstellern kam genau dies zur Sprache, und es wurde allseits bemängelt, dass zu wenig Werbung für die Endkunden gemacht werde. Wäre das aber nicht die Aufgabe vor allem der grossen Hersteller? Sie müssten sich das Vertrauen der Endkunden in den Nutzen ihrer Produkte erarbeiten. Aber sie kneifen hier ein wenig, eventuell ja auch, weil sie neben der Überzeugungsarbeit bei Installateuren und Planern keine Ressourcen mehr für die Endkundenwerbung haben.

Nach wie vor sind mit Ausnahme des Jahrbuchs "Intelligentes Wohnen" nur spärlich Artikel über Smarthomes in Architektur-Zeitschriften zu finden, was das Bild der lebendigen Schweizer Smarthome-Szene verzerrt. Sehr interessant zu beobachten ist, dass immer wieder ganz kleine, junge Unternehmen mit einem innovativen Produkt gross in den Medien erscheinen, als ob sie das Thema vor Kurzem erst erfunden hätten. Dieser Umstand beweist in gewisser Weise, dass das Thema Smarthome nach wie vor zu wenig in der Presse vertreten ist. Wohlgemerkt im positiven Sinn.

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