IFA Global Press Conference 2015

Wachstum überall – nur nicht in Europa

Uhr | Aktualisiert
von Coen Kaat

Vier Monate vor dem Start der IFA 2015 haben die Veranstalter GfU und Messe Berlin zur IFA Global Press Conference nach Malta geladen. Im Fokus standen die positiven Entwicklungen im weltweiten CE-Markt – die Prognosen für Europa sind jedoch weniger erfreulich.

Die IFA 2015 mag zwar noch vier Monate entfernt sein, auf der sonnigen Mittelmeerinsel Malta hat die Messe für die Presse bereits begonnen. Im Rahmen der jährlichen IFA Global Press Conference verrieten die Veranstalter GfU und Messe Berlin sowie einige Sponsoren und Partner bereits erste Details zur nahenden CE-Ausstellung im September.

Christian Göke, CEO von Messe Berlin, erwartet auch dieses Jahr wieder ein volles Haus. Um möglichst viele Fachbesucher zur Messe zu bringen, bleiben die Eintrittspreise auf Vorjahresniveau. Letzets Jahr lancierte die Messe mit dem IFA+ Summit ein Kongress-Format für CE-Pioniere, Führungskräfte und Unternehmer. Das Format soll 2015 erhalten bleiben, aber in anderer Form. Unter dem Namen IFA Think Tank wird der Kongress mit anderen Veranstaltungen zusammen gebündelt. Dazu zählen IEEE, TEDX Berlin sowie die Konferenzen von GfK und IHS.

Der weltweite CE-Markt wächst

Gemäss den Veranstaltern steht die diesjährige Messe unter einem guten Stern. So verspricht etwa Jürgen Boyny, Global Director CE bei der GfK für das laufende Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent auf dem weltweiten Markt für Unterhaltungselektronik. Angetrieben werde dieses Wachstum auch 2015 durch das Smartphone-Geschäft. Bis Ende Jahr sollen auf dem Weltmarkt insgesamt 1,4 Milliarden Einheiten verkauft werden – ein Plus von knapp 14 Prozent im Vergleich zu 2014. Das Interesse an Smartphones fördert gemäss Boyny weitere Produktgruppen wie etwa Smartwatches und andere Wearables.

Wie Boyny erklärt, bleibt der TV-Markt stabil. Der Marktwert und die Stückzahl für 2015 sind mit 114,4 Milliarden Euro beziehungsweise 245,7 Millionen Einheiten leicht unter dem Vorjahreswert. Insgesamt verzeichnete der Markt jedoch nur wenig Bewegung in den letzten Jahren. Die Veränderungen sind gemäss dem GfK-Experten innerhalb des TV-Geschäfts zu suchen. So steigt die Anzahl 4k-Geräte aller verkaufter Flat-TVs von 4 Prozent 2014 auf 11 Prozent im laufenden Jahr.

Zudem soll 2015 fast jeder fünfte verkaufte Flat-TV über eine Bildschirmdiagonale von 50 Zoll oder mehr verfügen. Der Anteil Smart-TVs klettert gemäss der Vorhersage bei quasi konstantem Wachstum auf 41 Prozent. Der Marktforscher rechnet für 2015 ferner mit knapp vier Millionen verkaufter Curved-TVs und etwa 400‘000 OLED-Geräte.

Boyny sieht im Bereich TV beim Fachhandel noch akuten Handlungsbedarf. Er bezieht sich dabei auf eine in Grossbritannien durchgeführte GfK-Studie. Das Institut befragte Kunden, die einen Smart-TV erwarben, nach ihren Kaufgründen. Jeweils fast ein Drittel gab an, an den VOD-Diensten oder dem Zugang zum Internet interessiert zu sein. Für gut zwei Drittel der Befragten beschränkte sich die Antwort darauf, dass sie lediglich einen neuen Fernseher wollten. Für Boyny ist klar: Der Fachhändler muss dem Kunden die Vorteile eines vernetzten Fernsehers besser vermitteln.

Europa bremst das globale Geschäft

Wenn man die Vorhersage für den CE-Markt nach den einzelnen Regionen aufteilt, fällt die Prognose für Europa weniger rosig aus. In dieser Region rechnet Boyny mit rückläufigen Zahlen. Der Marktforscher führt dies unter anderem auf geopolitische Faktoren, wie den Konflikt in der Ukraine oder aktuell wirtschaftsschwache Mittelmeerstaaten zurück. Der CE-Markt sehe sich aber auch mit einem stärkeren Wettbewerb von aussen konfrontiert. So investieren Konsumenten gemäss Boyny vermehrt in Immobilien oder Ferien. Die Prognose soll sich in den nächsten Monaten jedoch verbessern, verspricht der GfK-Direktor. Das Konsumklima in Europa sei nämlich gesund und positiv.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Haushaltsgeräten. Während der europäische Teilmarkt deutlich schrumpft, wächst das weltweite Geschäft in fast allen Regionen. Neben Europa sind lediglich die etablierten Märkte in Asien nicht auf Wachstumskurs. Diese konnten sich jedoch noch auf Vorjahresniveau halten. Im globalen Durchschnitt soll der Markt für Haushaltsgrossgeräte 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf 145 Milliarden Euro ansteigen und der Markt für Kleingeräte um 4 Prozent auf gut 50 Milliarden Euro. Die Wachstumsmotoren seien Innovation und Konnektivität.

GfK stellte zudem fest, dass energieeffiziente Produkte stetig mehr Marktanteile für sich beanspruchen. Die Konnektivität im eigenen Haus, also das Smarthome, wird auch dieses Jahr an der IFA ein Thema sein. Mit Interesse verfolgt der GfK-Direktor auch die Drohnen-Thematik. Gemäss Boyny soll diese Produktkategorie im B2B- und im B2C-Bereich eine immer grössere Bedeutung erlangen.

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