Merkwürdiges aus dem Web

Mit Stereotypen gegen Antisemitismus

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CE- und IT-Welt fördern immer wieder Erstaunliches und Kurioses zutage, das zum Schmunzeln anregt. Die seltsamsten ­Kurznews immer in der Rubrik "Curiosities". Gute Unterhaltung!

(Source: Aum)
(Source: Aum)

jor. Emojis hatten mal einen einfachen Zweck: Mimik, Gestik und Gefühle auf den Punkt zu bringen. Ausser den zig lachenden und weinenden Emojis gibt es auch welche, die für den ausseralltäglichen Gebrauch nützlich sein können, darunter sabbernde, kotzende oder Monokel-tragende Smileys. Dann kamen die Berufe hinzu, etwa ein englischer Königsgardist oder eine Astronautin. Und nun sollen ethnisch-religiöse Gruppen zum Zug kommen. So forderte die Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) ein jüdisches Emoji in sozialen Netzwerken, wie "Futurezone" berichtet. "Diese kleinen Symbole, diese kleine Aufmerksamkeit ist schon ein erstes Zeichen, dass wir angenommen sind und keine Fremdkörper", liess sich CER-Generalsekretär Gady Gronic zitieren. Die Argumentation ist nachvollziehbar, das Anliegen sowieso. Die Frage ist nur, ob es schlau ist, mehr stereotypisierende Symbole einzufordern, um gegen Vorurteile anzukämpfen.

Der gefährlichste Laptop der Welt kommt unter den Hammer

osc. Vor zehn Jahren waren sie der letzte Schrei: Die Netbooks. Kompakte und günstige, wenn auch untermotorisierte Laptops für jedermann. Nun versteigerte der Künstler Guo O Dong ein Exemplar dieser Computer-Spezies für 1,3 Millionen US-Dollar. Wie kam er auf einen solchen Preis für das Gerät, ein Samsung NC10 mit Intel-Atom-Prozessor? Auf seiner Festplatte ist ein Assortiment der schlimmsten Viren der Windows-XP-Ära installiert. Wannacry, Black­energy, Iloveyou, Mydoom, Sobig, Darktequila – die Programme hätten zusammen Millionen PCs verseucht und rund 95 Milliarden US-Dollar Schaden verursacht, schreibt "Engadget". Für Dong sei das Netbook eine Möglichkeit, um der Gefahr aus dem Cyberspace ein Gesicht zu geben. Bleibt zu hoffen, dass der neue Besitzer nicht auf die Idee kommt, es mit seinem WLAN zu verbinden, um Antivirus-Software zu installieren.

"Panic, it’s organic!" – Gras kommt Google nicht in die Tüte

lba. Google sorgt sich um das Wohlergehen seiner User. Deshalb führt der Tech-Riese eine Liste mit "unangebrachten Inhalten", die unter anderem für herunterladbare Apps gilt. Zu den unerlaubten Themen gehöre neben Tabak, Alkohol, Gewalt, Hassrede und Sex neu auch Marihuana, schreibt "Futurezone". Damit verbanne Google alle Apps, die sich um den Handel des Teufelskrauts drehten, aus dem Play Store. Die Massnahme treffe in erster Linie US-amerikanische Bundesstaaten wie Kalifornien, Colorado oder Vermont, wo "Mary Jane" mittlerweile legal ist. Bestell-Apps wie Eaze oder Weedmaps seien populär in solchen Regionen. Konsumenten von Sportzigaretten müssen ihre Blüten der Begierde künftig also wieder in lokalen Spezialboutiquen kaufen und können sie nicht mehr bequem via Smartphone vom Sofa aus beziehen.

Heiliger Klabautermann, die Navy lernt Sprachformen

fpo. Die US-Navy hat ein gross angelegtes Forschungsprojekt gestartet. Wie Bloomberg berichtet, will die Kriegsmarine der Vereinigten Staaten von Amerika die Kommunikation in sozialen Medien untersuchen. Dafür wolle sie mittels Algorithmen 350 Milliarden Tweets und Posts auswerten und so ein genaueres Verständnis für grundlegende Dynamiken in der Social-Media-Welt gewinnen. Da die User-Nachrichten aus mindestens 100 Ländern entstammten, könnten die Forscher der Navy kollektive Ausdrucksformen über einen längeren Zeitraum und in verschiedenen Ländern besser verstehen. Interessant dürften aber sicher auch die kollektiven Ausdrucksformen der Seeleute sein. Man denke nur an Kapitän Haddock, den fluchenden Freund von Tim und Struppi, und seine hunderttausend heulenden und jaulenden Höllenhunde.

Twitter macht dumm

mur. Ein italienisches Forscherteam der mailändischen Universität Cattolica del Sacro Cuore hat untersucht, ob es sinnvoll ist, Twitter als Tool für den Literaturunterricht einzusetzen. 1500 Studenten teilten sich dafür in zwei Gruppen auf. Die eine Gruppe analysierte den Roman "The Late Mattia Pascal" von Luigi Pirandello ­mithilfe von Twitter, die andere ohne Twitter. Im abschliessenden Test schnitt die Gruppe, die auf Twitter setzte, um 25 bis 40 Prozent schlechter ab als die Kontrollgruppe. Frauen und besonders leistungsstarke Studenten hatten laut der Studie am meisten Mühe mit Twitter. Die Forscher erklären das schlechte Abschneiden damit, dass man sich auf Twitter leicht ablenken lasse und schnell den Fokus verliere.

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