Porträt

Was Bosshard Homelink nach dem Ladenumbau erlebt

Uhr | Aktualisiert

Bosshard Homelink hat das Ladengeschäft am Zürcher Hegibachplatz im Laufe von etwas mehr als einem Jahr umgebaut. Obwohl während der Umbauzeit ein Drittel des Umsatzes verloren ging, ist die Geschäftsleitung zufrieden. Das Geschäft läuft blendend.

Bosshard Homelink hat sein Ladengeschäft am Zürcher Hegibachplatz von Grund auf neu gestaltet. Im Zuge einer Gebäudesanierung riss der Bang-&-Olufsen-Fachhändler auch Wände ein und verlegte alle Elektroleitungen neu. 380 Tage dauerte der Umbau in Zusammenarbeit mit dem dänischen Hersteller. Seither setzt Bosshard Homelink auf das neue Sensory-Store-Konzept von B&O.

Teppiche gibt es keine mehr, stattdessen wurde im Ladengeschäft ein Eichenholzboden verlegt. Gegen unerwünschte Hall-Effekte bei der Lautsprechervorführung sind Softpanels an der Wand angebracht. Eine grosse Lautsprecherdemonstrationswand, die vom Kunden sprachgesteuert wird und mit automatisch geschaltetem Licht den gewünschten Speaker beleuchtet, hilft bei der Auswahl des optimalen Produkts. Das kommt gut an. Seit Bosshard am Hegibachplatz im Juli 2017 neu eröffnete, läuft das Geschäft blendend, wie Verwaltungsratspräsident Rolf Bosshard und Verwaltungsratsmitglied Oliver Dross im Gespräch unisono sagen.

"Über den Preis zu verkaufen, ist nicht nachhaltig"

Der Standort Hegibachplatz sei genau die richtige Lage für ein solches Konzept. "Wir haben den Zürichberg und die Goldküste, und alle, die in die Stadt wollen, kommen bei uns vorbei", sagt Dross. Das seien anspruchsvolle, aber treue Kunden, die Dienstleistungen schätzten.

Während der Umbauzeit habe das Unternehmen, das über drei Filialen verfügt, gut ein Drittel des Umsatzes verloren. Mittlerweile sei aber der verlorene Umsatz beinahe wieder drin. "Es ist unglaublich, der Laden macht etwas mit der Kundschaft", sagt Dross. Seit dem Umbau spüre man einen Boutique-Charakter, der Einkauf sei ein Erlebnis, und über den Preis werde nicht mehr diskutiert. "Der Kunde weiss, dass es bei einer B&O-Lösung preisintensiver wird, er aber dafür eine exzellente Dienstleistung und eine Top-Installation bekommt", sagt Rolf Bosshard. Dieses Versprechen müsse man auch mit einer exzellenten Beratung halten. Das gelinge statt mit Technikern mit Verkäufern im Laden, die permanent geschult würden. Die Verkäufer seien so versiert und mit Herzblut dabei, dass sie Kunden auch am Feierabend zuhause besuchten, mehrere Stunden umfassend beraten und die gekauften Produkte erklären würden. Dieser After-Sales-Service sei im Verkaufspreis inbegriffen. Zwar veranstaltet Bosshard Homelink manchmal spezielle Aktionen für seine Kunden, wie etwa zum Black Friday, doch über den Preis zu verkaufen empfindet Rolf Bosshard als nicht nachhaltig. "Mein Kapital sind meine Top-Mitarbeiter, die für den Kunden auch eine Extrameile gehen", sagt er.

Vor dem Standort Hegibachplatz baute Bosshard Homelink 2016 den Laden in Embrach um. Trotz der Kosten von einer halben Million Franken schreckte Rolf Bosshard nicht vor dem weiteren Umbau am Hegibachplatz zurück. Heute findet er es "einen guten Entscheid".

Rolf Bosshard könne sich gut vorstellen, einen weiteren Laden im Grossraum Zürich zu eröffnen. Er glaube wieder an langsames Wachstum, sagt er. Der Laden profitiere auch davon, dass andere Händler schliessen mussten. Er spricht von einer Bereinigung, habe aber auch Angst um die Zukunft vieler Branchenkollegen.

Derzeit plane Bosshard einen eigenen Webshop. Das brauche es heute, weil die Mitbewerber in der Nähe ebenfalls online aktiv seien. Verkauft würden bei Bosshard Homelink online aber hauptsächlich Beo-Play-Produkte. Alles sei bereit für den Shop, man müsse nur noch den Knopf drücken, um online zu gehen. Doch eigentlich will Rolf Bosshard seine Kunden im neuen "Hammerladen" haben. Dafür ruft das Team jeden Kunden nach einem Besuch an. Bosshard Homelink ist auch auf Social Media aktiv, postet täglich Fotos auf Facebook, Twitter und Instagram und bewirbt die Beiträge entsprechend. "Ohne Geld auszugeben, kann man Social Media gleich sein lassen", sagt Dross.

Webcode
DPF8_75386

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