NES Classic Mini und Switch

Nintendo produziert zu wenige Konsolen

Uhr | Aktualisiert

Nintendo hat die Produktion der NES Classic Mini gestoppt. Trotz weiterhin grosser Nachfrage. Das Unternehmen will die Verfügbarkeit für zukünftige Produkte besser einschätzen. Bei der neuen Konsole Switch merkt man das aber noch nicht.

Nintendo hat trotz hoher Nachfrage die Produktion der NES Classic Mini eingestellt. Die Konsole erschien Anfang November 2016. Seitdem war die Nachfrage für die Neuauflage des Konsolenklassikers weltweit gross, wie etwa Forbes berichtete.

"Nicht verfügbar"

Auch in der Schweiz ist es schwierig, an die Minikonsole zu kommen. Bei Microspot und Media Markt etwa ist das Gerät als "nicht verfügbar" gelistet. Andere Händler wie Interdiscount listen den Artikel nicht mehr im Onlinekatalog.

Seit geraumer Zeit ist Ebay einer der wenigen Orte, wo es die Konsole noch zu kaufen gibt. Der Haken: Das Gerät kostet dort etwa das Vierfache des UVPs, der 60 US-Dollar beträgt. Wiederverkäufer nutzen die Knappheit der Konsole, um deren Preis auf dem Onlinemarkt in die Höhe zu treiben.

Eine Mitarbeiterin von SZ Scala, der Presseagentur von Nintendo, sagte auf Anfrage, die Agentur sei sich dieser Praktiken bewusst und heisse sie nicht gut. Es sei jedoch schwierig, etwas gegen einzelne Wiederverkäufer zu unternehmen.

Nintendo verspricht Besserung

Die Ebay-Preise werden wohl so bald nicht sinken. Auf Anfrage bestätigte der japanische Hersteller die Einstellung der Produktion der NES Classic Mini. Nintendo teilte zudem mit, dass er ein Update auf seiner Website veröffentlichen würde, sollte er zu einem späteren Zeitpunkt weitere Exemplare produzieren.

Nintendo habe die Nachfrage falsch eingeschätzt, antwortete das Unternehmen auf die Frage, weshalb die Produktionsmenge der Konsole so klein gewesen sei. Der Hersteller sei sich bewusst, dass viele Kunden Schwierigkeiten hätten, ein System zu bekommen. In einem Statement gegenüber der Redaktion versprach Nintendo, dass das Unternehmen eine Verbesserung in Bezug auf Produktionsmengen bei zukünftigen Produkten anstrebe.

Switch ist "chronisch ausverkauft"

Von diesen Bestrebungen merkt man zurzeit allerdings noch nichts in der Schweiz. Die Redaktion hat mehrere Schweizer Händler zu den Lagerbeständen von Nintendos aktueller Konsole, der Switch, befragt. Auch hier ist die Nachfrage wesentlich grösser als das Angebot.

Bei den befragten Schweizer Händlern können Kunden die Switch zurzeit nur vorbestellen. Die Konsole ist bei diesen Händlern seit geraumer Zeit ausverkauft. So erklärt etwa Alex Hämmerli von Digitec Galaxus: "Die Nintendo Switch ist bei uns chronisch ausverkauft. Mit den Lieferungen, die wir bisher bekommen haben, haben wir jeweils die bestehenden Bestellungen bedient."

Sehr grosse Nachfrage

Die befragten Händler bestätigen einstimmig, dass die Nachfrage für die Konsole sehr gross sei. Severine de Rougemont, Sprecherin für Media Markt Schweiz, teilt zudem mit, dass auch Zubehör wie etwa der Pro Controller sehr gefragt sei.

Laut dem Sprecher von Digitec Galaxus teilt Nintendo seine Liefermengen nach Grösse der Händler ein. Da Digitec Galaxus ein grösserer Mitspieler im Konsolenverkauf sei, erhalte der Händler verhältnismässig viele Exemplare. Die Lieferungen von Nintendo hätten die Vorbestellungen bei Digitec Galaxus aber nicht ausgleichen können. Das gilt auch für den "relativ kleinen Player" im Gaming-Markt Brack.ch, wie Sprecher Daniel Rei mitteilt.

Die Händler nannten unterschiedliche bevorstehende Liefertermine. So erwartete die Migros zur Zeit der Umfrage die nächste Lieferung bereits zu Ostern, während sie bei World of Games (WOG) gegen Anfang Mai erscheinen werde. Bei Conrad soll die nächste Lieferung erst Ende Juli ankommen.

Nintendo schweigt

Auf die Frage, ob Nintendo Lagerbestände bewusst niedrig halte, sagt Luzi Weber von der Migros, dass es keinen Anlass gebe, das zu glauben. Auch andere Händler äusserten sich ähnlich. Sabine Weber von Fust mutmasste, dass die grosse Nachfrage Nintendo überrascht habe.

Nintendo machte auf Anfrage keine Aussage zur Knappheit der Switch. Zuletzt teilte das Unternehmen mitte März mit, dass der Hersteller bis Ende März 2 Millionen Konsolen ausliefern und die Produktion ankurbeln werde.

Wie das Mitglied der Agentur mitteilt, werde der Hersteller wahrscheinlich im nächsten Geschäftsbericht dazu Stellung nehmen.

Zu den befragten Händlern gehören Brack.ch, Conrad, Digitec Galaxus, Fust, Interdiscount, Media Markt Schweiz, Melectronics, Microspot und WOG. Steg hat bis zum Redaktionsschluss nicht auf die Anfrage der Redaktion geantwortet.

In einer früheren Version dieses Artikels waren Aussagen der Mitarbeiterin der Presseagentur SZ Scala fälschlicherweise als Aussagen von Nintendo wiedergegeben. Auf Wunsch der betroffenen Person entfernte die Redaktion zudem den Namen dieses Mitglieds.

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