Hands-on Huawei P10

Starke Kamera + schönes Design = solides Smartphone

Uhr | Aktualisiert

Huawei hat zum Beginn des diesjährigen Mobile World Congress sein neues Top-Smartphone P10 vorgestellt. Die vom Hersteller hochgelobte Kamera macht tatsächlich sehr gute Bilder. Am P10 gibt es praktisch nichts auszusetzen.

Das Huawei P10 liegt gut in der Hand. Die matte Aussenhaut fühlt sich metallisch kühl an. Die leicht raue Oberfläche verhindert, dass einem das Smartphone einfach aus der Hand gleitet.

Das 5,1-Zoll Display strahlt hell und löst gestochen scharf in Full-HD auf. Es gibt Smartphones mit grösserer Auflösung. Nötig ist das nicht. Mit blossem Auge ist kein Pixel des P10-Display zu erkennen.

Fingerabdrucksensor ersetzt Android-Navigationstasten

Unterhalb des Displays sitzt mittig ein Fingerabdrucksensor. Der kann bei Bedarf gleichzeitig sämtliche Android-Navigationstasten ersetzen. Letztere verschwinden in dem Fall komplett. Auf den ersten Blick ist das P10 so kaum von einem iPhone 7 zu unterscheiden.

Auf den zweiten Blick erkennt man die ovale Form des Sensors und weitere Details, die das iPhone nicht hat. Etwa der Stand-by-Knopf. Dieser ist beim P10 rot eingefasst. Es ist ein kleines Detail, hebt sich aber vom Schwarz des Gehäuses deutlich ab.

Auf der Rückseite sitzen zwei Kameraaugen. Sie sind plan im Gehäuse eingelassen, es gibt keine störenden Ausbuchtungen wie bei anderen aktuellen Smartphones.

Die Kameras entstanden laut Huawei in Zusammenarbeit mit Leica. Laut Huawei soll das P10 Fotos schiessen, die von professionellen Fotografien kaum oder gar nicht zu unterscheiden sind. Im Test zeigt sich, dass P10 macht tatsächlich beeindruckende Bilder.

Kamera-App lässt Einstellungen an ISO, Blende und Verschlusszeit zu

Die vorinstallierte Kamera-App bietet allerlei Einstellmöglichkeiten und Effekte, mit denen sich bereits gute Fotos noch verbessern lassen. Wer etwa Fotos im Modus "Grosse Blende" fotografiert, kann den Fokuspunkt nachträglich verändern.

Wer wie ein Fotograf alle Einstellungen manuell vornehmen will, kann dies über den "Pro Modus". Darüber kann man die Verschlusszeit, die Blende, Weissabgleich und ISO-Werte einstellen.

Fotografiert im Modus "Grosse Blende". Der Hintergrund wird dadurch unscharf. (Quelle: Netzmedien).

Das gleiche Bild mit der Option "Farbakzent" bearbeitet und leicht zugeschnitten. "Farbakzent" hebt eine einzelne Farbe hervor. Der Rest des Bildes wird schwarz-weiss. (Quelle: Netzmedien)

Fotografiert im Modus "Grosse Blende". (Quelle: Netzmedien)

Das gleiche Bild wie oben, Fokuspunkt nachträglich versetzt. (Quelle: Netzmedien)

Fotografiert im Modus "Monochrome", unbearbeitet. (Quelle: Netzmedien)

Das gleiche Bild wie oben, leicht bearbeitet und zugeschnitten mit der Kamera-App des P10. (Quelle: Netzmedien)

Ebenfalls im Modus "Monochrome" fotografiert. (Quelle: Netzmedien)

Abseits der Kamerafunktion ist das P10 vor allem ein sehr flottes Smartphone. Apps starten schnell, die Menüs laufen flüssig.

Mit dem Fingerknöchel den Bildschirm teilen

Huaweis Benutzeroberfläche EMUI bietet zudem einige nette und teils gut durchdachte Funktionen. Der Anwender kann etwa den Bildschirm durch einen horizontalen Wisch mit dem Fingerknöchel in zwei Hälften teilen und so zwei Apps parallel anzeigen lassen.

Mit einer weiteren Knöchelgeste kann der Anwender einen Screenshot anfertigen. Rund, eckig und beliebig gross.

Der Akku des P10 hält je nach Nutzungsintensität problemlos eineinhalb Tage durch. Durch den im Lieferumfang enthaltenen "Supercharger" ist er auch vergleichsweise schnell wieder aufgeladen. Huawei verspricht genug Strom für einen Tag nach nur 30 Minuten Ladezeit.

Wasserspritzer machen dem P10 nichts

Das P10 ist gemäss Huawei vor Spritzwasser geschützt. Einen Tauchgang im Waschbecken würde es nicht überstehen, ein paar Tropfen Wasser machen dem Geräte aber nichts aus. Das P10 Plus ist nach IPX3 vor Wasser geschützt.

IPX3 steht für Schutz gegen Sprühwasser bis 60 Grad gegenüber der normalen Betriebslage. Echter Wasserschutz beginnt bei IPX7.

Das P10 ist mit einem Schrittzähler ausgerüstet, der die gelaufenen Schritte auf Wunsch auch auf dem Sperrbildschirm anzeigt.

Verkauf beginnt Ende März

Das Huawei P10 kommt am 24. März 2017 in den Schweizer Handel. Mit 64 Gigabyte internem Speicherplatz wird es 649 Franken kosten. Der interne Speicher ist durch eine Micro-SD-Karte um bis zu 256 Gigabyte erweiterbar. Alternativ kann der Anwender eine zweite SIM-Karte einsetzen.

Für Anwender, die vom iPhone auf das P10 umsteigen wollen, bietet Huawei eigens eine App: Phone Clone. Die App unterstützt den Anwender bei der Migration von Kontakten, Bildern und Kalendereinträgen.

Wer nach einer Alternative für das iPhone 7 sucht, ist mit dem P10 gut bedient. Die Qualität der Fotos ist auf einem ähnlichen Niveau, wenn nicht sogar höher. Die Leistung ist ebenfalls vergleichbar. Das Design praktisch ebenbürtig.

Der Preis ist eigentlich das einzige Manko. Verglichen mit dem iPhone 7 fährt man trotzdem günstiger. Das kostet mit 32 Gigabyte Speicher 759 Franken. Eine Version mit 64 Gigabyte gibt es nicht. Für die Variante mit 128 Gigabyte verlangt Apple 879 Franken.

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DPF8_31875

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