CE-Fachhandel

Expert Klaus fokussiert auf Lösungen statt auf Produkte

Uhr | Aktualisiert

Roman Schaad hat vergangenen Sommer die Leitung der Wetziker Expert Klaus übernommen. Um die Nachfolgeregelung kümmerte er sich schon früh. Schaad stellte mit Erfolg das Geschäftskonzept auf den Kopf.

Roman Schaad und Pascal Iten im Ladengeschäft in Wetzikon (Quelle: Netzmedien)
Roman Schaad und Pascal Iten im Ladengeschäft in Wetzikon (Quelle: Netzmedien)

Der Schweizer CE-Markt ist weiter rückläufig. Nicht aber bei Expert Klaus in Wetzikon ZH. «Wir hatten letztes Jahr viele Projekte, darum war die Flaute nicht spürbar», sagt Geschäftsführer Roman Schaad.

Vor fünf Jahren begann Schaad mit seinem Vorgänger Christoph Klaus, das Geschäftskonzept der Expert Klaus umzustellen. «Wir verdienen heute unser Geld mit völlig anderen Produkten», sagt Schaad. Er und Klaus legten den Fokus des Unternehmens in Absprache mit den Mitarbeitern auf Lösungen statt Produkte, entschieden sich für weniger Lieferanten, dafür für eine vertiefte Zusammenarbeit. Heute verkauft Expert Klaus nicht nur Bild und Ton, sondern auch Telefon, Netzwerk, Überwachungs- und Beschallungssysteme. Mit Erfolg.

Viel ist passiert beim EP-Mitglied Expert Klaus, das vor 29 Jahren von Russikon nach Wetzikon zügelte. Das Team führte in den vergangenen Jahren ein neues ERP-System ein und reduzierte Lager und Sortiment. "Das Lager ist heute beim Distributor, gerade im Projektgeschäft", sagt Schaad. Dafür sei Same-Day-Lieferung zwingend.

Der Namensgeber von Expert Klaus verliess das Unternehmen vergangenen Sommer. Er geniesst nun die freie Zeit und widmet sich neuen Projekten. Der neue Geschäftsführer Roman Schaad und sein siebenköpfiges Team müssen heute mehr Aufwand betreiben, wie er sagt. Man müsse aktiv auf den Kunden zugehen, auf Generalunternehmen, Architekten, Elektriker und weitere Handwerker. So komme man in Kontakt mit Projekten in der ganzen Schweiz, etwa bei Umbauten von Ferienhäusern. Expert Klaus arbeite aber auch gerne mit Handwerkern in der Region zusammen, etwa mit Schreinern für Spezialanfertigungen. "Im Laden auf Kunden zu warten, reicht heute nicht mehr aus", findet Schaad.

Den stationären Laden an der Bahnhofstrasse in Wetzikon in der Nähe von Interdiscount und UPC kennt der 35-Jährige schon seit seiner Lehrzeit, betrachtet ihn mehr als Showroom für den Zweitkontakt. Dann würden sich die Kunden Zeit nehmen, einen Kaffee trinken und Lösungen für ihr Projekt besprechen. Dafür nehme er sich gerne Zeit, auch wenn diese eigentlich nicht vorhanden wäre. "Zuerst schaue ich aber auf unsere Mitarbeiter. Denn sind die motiviert, dann klappt’s auch mit den Kunden", sagt Schaad.

"Auf gutem Weg"

Kundenkontakte gewinne das Team schon lange nicht mehr nur im Laden. Schaad setzt auf Heimberatungsservice. Da scheint es naheliegend, dass Expert Klaus auch schon seit der Jahrtausendwende eine Beratungspauschale von seinen Kunden verlangt.

Die Website sieht Schaad als wichtiges Mittel für den Erstkontakt zum Kunden. Mit der aktuellen Site ist er aber noch nicht zufrieden. Sie soll umgebaut werden. Von einem Onlineshop sieht Expert Klaus ab. "Das brauchen und wollen wir im Moment nicht", sagt Schaad.

Der Geschäftsführer von Expert Klaus sieht das Unternehmen auf gutem Weg. Arbeit sei viel vorhanden, überall werde gebaut. Für 2017 erwartet er ein positives Projektgeschäft. Zudem sei auch der Verkauf von Möbeln zufriedenstellend. Deshalb sagt Schaad: "Solange wir up to date bleiben, sollten wir nicht überflüssig werden." Know-how holt er sich auch im Austausch mit anderen CE-Händlern. Mit einem teilt er sich sogar einen Techniker. Ein grosses Problem sieht Schaad in der Mitarbeiterrekrutierung. Durch den technischen Wandel würden die Anforderungen immer höher. Bewerbungen auf offene Lehrstellenplätze und Arbeitsstellen erhalte er aber immer weniger.

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