Marktreport: Kopfhörer

Kopfhörer verkaufen sich wie warme Weggli

Uhr | Aktualisiert

Der Audiomarkt hat in der Schweiz kaum performen können. Dennoch gibt es einige Lichtblicke, wie Experten sagen. Einträglich ist das Kopfhörer- und Headset-Geschäft.

Quelle: Fotolia
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Der Audiomarkt in der Schweiz hat im vergangenen Jahr einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Gemäss Zahlen von GfK Switzerland betrug der Rückgang 2016 im Vergleich zum Vorjahr rund 13 Millionen Franken, was rund 7 Prozent entspricht. Dies führte zu einem Jahresumsatz von etwas weniger als 200 Millionen Franken. Schon 2015 gab es einen vergleichbaren Rückgang im Audiosegment. Darin eingeschlossen sind Static Audio und Portable Audio, wobei beide Bereiche an Umsätzen verloren. Bei Static Audio betrug der Rückgang 6 Prozent, bei Portable Audio 8 Prozent. In Stückzahlen entspricht das bei Static Audio 3 Prozent, bei Portable Audio 8 Prozent. Dies, obwohl die Preise bei Static Audio nur um 3 Prozent sanken und bei Portable Audio stabil blieben.

Audio muss vernetzt sein

Der Trend ist eindeutig: Was vernetzt ist, verkauft sich gut. Laut GfK-Switzerland-Experte Luca Giuriato gibt es eine ungebrochene Nachfrage nach vernetzten Audiogeräten. In der Kategorie Smart Audio stiegen die Verkäufe 2016 um 8 Prozent, die Umsätze kletterten um 5 Prozent auf 123,8 Millionen Franken. Damit ist diese Kategorie mittlerweile die wichtigste im Bereich Portable Audio. Bei vernetzten Audio-Home-Systemen stiegen die Verkäufe um 6 Prozent, die Umsätze nahmen um 1 Prozent auf 76,9 Millionen Franken ab. Dieser Umstand lässt sich mit einem Rückgang der Verkaufspreise um 7 Prozent erklären.

Was nicht vernetzt ist, verkauft sich massiv schlechter. Dazu gehören etwa traditionelle Kompaktanlagen, deren Umsatz sich im vergangenen Jahr auf 17,6 Millionen Franken fast halbierte. Auch die Umsätze mit traditionellen Home-Theatre-Systemen nahmen um fast 10 Millionen auf 15,8 Millionen Franken ab.

Neue Märkte möglich

Erfreulich war die Entwicklung im Markt für Tuner, Verstärker und Recorder, deren Umsätze um 5 Prozent auf 30,4 Millionen Franken stiegen. Die noch 2015 wichtigste Portable-Audio-Kategorie der Lautsprecher erzielte 2016 etwa 4,5 Millionen Franken weniger Umsatz und kommt insgesamt auf 115,3 Millionen Franken.

Trotz des Umsatzrückgangs im Audiomarkt gibt es einige positive Tendenzen. Euronics Deutschland konnte etwa 2016 im klassischen TV- und Hi-Fi-/Audiogeschäft leicht zulegen. Giuriato nennt ausser der Vernetzung einen weiteren Trend im Audiomarkt: High Resolution Audio. Dank hochaufgelöster Musik erlebe auch hochwertiges Audio eine Renaissance, sagt Giuriato. Auch andere Branchenvertreter sind positiv gestimmt. Sarah Fuchs, Ge­schäfts­leiterin von Hama Schweiz, erwartet Wachstum im Bereich Audio. Remo Zollinger, CEO von Z-Audio, rechnet mit Wachstum im mittleren Preissegment des Pro-Audio-Marktes. Martin Lage, Country Head ACH bei Sony, nennt gleich mehrere Wachstumsfelder: «Bei Audio weisen Soundbars, drahtlose Lautsprecher und Kopfhörer für Sport beziehungsweise mit Blue­tooth und aktivem Noise Cancelling eine gute Entwicklung auf. Doch es lassen sich im CE-Bereich auch nach wie vor neue Märkte kreieren, wie Sony sehr gut anhand der High-Power-Audiosysteme demonstriert. Mit der Einführung dieser neuen Produkte haben wir einen Markt geschaffen, der sich sehr gut entwickelt und den wir auch klar dominieren.»

Kopfhörermarkt auf Wachstumskurs

Anders als der Audiomarkt ist der Kopfhörer- und Headset-Markt in der Schweiz auf exponentiellem Wachstumskurs. Stieg der Umsatz 2015 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um knapp 3 Millionen auf 72,5 Millionen Franken, war der Anstieg im vergangenen Jahr deutlich markanter. 2016 setzte der Schweizer Handel laut GfK mit Kopfhörern und mobilen Headsets 81,8 Millionen Franken um, was einem Wachstum um 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Dem Umsatzanstieg entsprechend stiegen auch die verkauften Stückzahlen. 2016 verkaufte der Schweizer Handel rund 1,3 Millionen Kopfhörer und Headsets, das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erfreulich ist für den Handel auch die Tatsache, dass die Durchschnittspreise für Kopfhörer und Headsets im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent auf 62 Franken anstiegen.

Einen Anstieg verzeichnete GfK in fast allen Segmenten im Kopfhörer- und Headset-Markt. Die Verkäufe von Sport-Kopfhörern und -Headsets nahmen 2016 um fast zwei Drittel zu und beliefen sich auf 10 Millionen Franken. 2015 waren es noch 6,2 Millionen Franken.

Auch die Verkäufe von Kopfhörern und Headsets mit Active Noise Cancelling stiegen im vergangenen Jahr stark an, im Vergleich zu 2015 um fast 40 Prozent auf 16 Millionen Franken.

Betrachtet man den Markt für Bluetooth-Kopfhörer und -Headsets ist auch hier ein massives Wachstum auszumachen. Laut GfK verdoppelten sich die Verkäufe beinahe auf 27,9 Millionen Franken. 2015 setzte der Markt noch etwas mehr als 14 Millionen Franken mit Bluetooth-Kopfhörern und -Headsets um.

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